Über die Herausforderung, sich selbst zu sehen
Tilda wird unsichtbar! Mit Entsetzen stellt sie fest, dass Teile ihres Körpers nicht mehr sichtbar sind. „Unsichtbarkeit“ heißt die Diagnose ihrer Ärztin. Trifft meistens Frauen, üblicherweise ab 50 und ist nicht wirklich gut erforscht. Was für eine brillante Idee der Autorin Jane Tara, dieses Gefühl der Unsichtbarkeit Realität werden zu lassen. Wie gekonnt sie gleichzeitig das dringliche Thema gender health gap anspricht! Der Einstieg ins Buch ist begeisternd. Die Charaktere sind toll gezeichnet und ich fühle Tildas Verzweiflung.
Auf Anraten einer Therapeutin setzt sich Tilda mit PAULA auseinander, ihrem Programm aller unhinterfragten Langzeitmechanismen. Dies ist schmerzhaft, aber auch klärend und zu Beginn hervorragend beschrieben. Leider entwickelt sich das Buch in dieser Phase zunehmend zu einem Selbsthilferatgeber. Es wird immer plakativer, wellbeing-Sprüche werden auf fast jeder Seite eingestreut.
Nie hätte ich zu Beginn des Buchs gedacht, dass ich am Ende dann froh bin, es ausgelesen zu haben. Wie kann sich eine Geschichte so wandeln? Was so eindrücklich beginnt, was mir eine großartige PAULA zum Nachdenken mitgab, wird nun eine einzige Werbebroschüre für Meditation (nichts spricht dagegen, dass die Autorin ihre Leidenschaft teilt, aber doch bitte nicht so einseitig und wunderheilend). So schade! Die am Anfang stark besetzten Charaktere der Freundinnen sind nur noch stille Bewunderer. Was hätte ich mir gewünscht, dass das Wiederfinden der eigenen Werte und Identität Tildas in einer realistischen Welt stattfindet. In der sie nachhaltig spüren kann, dass ihre Wertschätzung für sich selbst auch in schwierigen Situationen hält.
Trotz aller Kritik ist es ein lesenswertes Buch, dessen Idee ich einfach großartig finde.
Auf Anraten einer Therapeutin setzt sich Tilda mit PAULA auseinander, ihrem Programm aller unhinterfragten Langzeitmechanismen. Dies ist schmerzhaft, aber auch klärend und zu Beginn hervorragend beschrieben. Leider entwickelt sich das Buch in dieser Phase zunehmend zu einem Selbsthilferatgeber. Es wird immer plakativer, wellbeing-Sprüche werden auf fast jeder Seite eingestreut.
Nie hätte ich zu Beginn des Buchs gedacht, dass ich am Ende dann froh bin, es ausgelesen zu haben. Wie kann sich eine Geschichte so wandeln? Was so eindrücklich beginnt, was mir eine großartige PAULA zum Nachdenken mitgab, wird nun eine einzige Werbebroschüre für Meditation (nichts spricht dagegen, dass die Autorin ihre Leidenschaft teilt, aber doch bitte nicht so einseitig und wunderheilend). So schade! Die am Anfang stark besetzten Charaktere der Freundinnen sind nur noch stille Bewunderer. Was hätte ich mir gewünscht, dass das Wiederfinden der eigenen Werte und Identität Tildas in einer realistischen Welt stattfindet. In der sie nachhaltig spüren kann, dass ihre Wertschätzung für sich selbst auch in schwierigen Situationen hält.
Trotz aller Kritik ist es ein lesenswertes Buch, dessen Idee ich einfach großartig finde.