Versäumte Chance
Das Thema ist grandios! Auch der Einstieg war vielversprechend, wird doch gleich zu Anfang beschrieben, um was es geht: Um die Unsichtbarkeit von Frauen jenseits des 50. Lebensjahr. Sehr originell verpackt in ein tatsächliches unsichtbar werden der Protagonistin. Soweit so gut. Zwischen Therapie, Selbsthilfgegruppe, Meditation und Selbsterkenntnis, wird das Leben von Tilda eher schmonzettenhaft und sehr oberflächlich beschrieben - das stört dieses Thema, welches sehr viel mehr Tiefe verdient hätte. So ist der Rest von Tildas Leben einfach nur super glänzend: Tolle Freundinnen, zwei grandiose Töchter, eine gutgehende Firma, Haus am Meer, Hund, Katze und dann lernt Tilda auch noch einen Mann kennen... leider wird bereits vor dem ersten Drittel des Buches klar, wo das hinführen wird - gänzlich ohne überaschende Wendung. Eingeflochten werden noch Traumata, ADHS uns Autismus. Am Ende wird noch schnell eine Frau gerettet, die häuslicher Gewalt ausgesetz ist.
Jedes Kapitel ist mit einem Zitat bekannter Feministinnen überschrieben. Dies macht nun das Buch leider nicht zu einem Roman von Erica Jong oder Margret Atwood. Schade, für mich wurde hier eine großartige Chance vertan. Schmonzette und feministischer Inhalt müssen sich ja nicht ausschließen, aber für mich passt das nicht zusammen. Ansonsten ein leicht zu lesenden Roman, der sich teilweise so liest wie ein Buch zur Selbsthilfe von einem Intentional Coach.
Jedes Kapitel ist mit einem Zitat bekannter Feministinnen überschrieben. Dies macht nun das Buch leider nicht zu einem Roman von Erica Jong oder Margret Atwood. Schade, für mich wurde hier eine großartige Chance vertan. Schmonzette und feministischer Inhalt müssen sich ja nicht ausschließen, aber für mich passt das nicht zusammen. Ansonsten ein leicht zu lesenden Roman, der sich teilweise so liest wie ein Buch zur Selbsthilfe von einem Intentional Coach.