Vom Sehen und Gesehenwerden (wollen)
Tilda Finch ist Anfang 50 und eigentlich zufrieden mit ihrem Leben: Glücklich geschieden lebt sie mit Hund und Katze in einem schönen Haus, die erwachsenen Töchter sind wohlgeraten und ihre Firma, die sie mit ihrer besten Freundin leitet, ist sehr erfolgreich. Alles könnte prima sein, wenn Tilda nicht eines Morgens feststellen würde, dass ihr ein kleiner Finger fehlt, kurz darauf ein Ohr. Richtig weg sind die Körperteile nicht, nur einfach nicht mehr sichtbar. Die Diagnose ihrer Ärztin ist verheerend: Morbus Invisibilis, die Unsichtbarkeitskrankheit. Nach einer ordentlichen Paniktattacke beschließt Tilda, der Krankheit, die als unheilbar gilt, den Kampf anzusagen.
Es ist ein Phänomen: Kommen Frauen in ein gewisses Alter, werden sie für die Gesellschaft unsichtbar – natürlich nur im übertragenen Sinne. Jane Tara geht einen Schritt weiter und macht aus dieser Metapher Realität. Die Unsichtbarkeitskrankheit, die sie ihrer Protagonistin Tilda andichtet, verläuft in vier Stadien: Es beginnt, wie es wohl viele Frauen schon erlebt haben: Mit dem Übergangenwerden bei Beförderungen oder dem Übersehenwerden am Bartresen. Und endet mit völliger Unsichtbarkeit. Jane Tara lässt ihre Tilda Finch auf die Suche nach den Gründen für ihre Krankheit gehen: Was läuft schief in ihrem Leben, das doch eigentlich so zufriedenstellend sein müsste?
Mir hat „Mit anderen Augen“ gut gefallen. Das Cover ist grafisch simpel, doch elegant. Tara Janes Schreibstil ist flüssig, die Geschichte lässt sich gut lesen. Der Mittelteil hatte für mich so einige Längen; hier hätte ein wenig Straffung der Storyline nicht geschadet. Richtig gut gefallen hat mir, dass jedes Kapitel mit einem Zitat beginnt. Die Fragen, die das Buch aufwirft, fand ich interessant: Wie denke ich über mich? Wie wirke ich auf andere? Und sehe ich mein Gegenüber eigentlich wirklich?
Ob der Weg zur Lösung, die Tilda schlussendlich für ihr Problem findet, sich auch ins reale Leben übertragen lässt, muss wohl jede(r) für sich selbst herausfinden. Für mich ist der Lösungsansatz schon gelungen, wenn man sich darauf einlässt.
Fazit: Ein wunderbares Buch über Selbstliebe, ein spannendes Gedankenexperiment.
Es ist ein Phänomen: Kommen Frauen in ein gewisses Alter, werden sie für die Gesellschaft unsichtbar – natürlich nur im übertragenen Sinne. Jane Tara geht einen Schritt weiter und macht aus dieser Metapher Realität. Die Unsichtbarkeitskrankheit, die sie ihrer Protagonistin Tilda andichtet, verläuft in vier Stadien: Es beginnt, wie es wohl viele Frauen schon erlebt haben: Mit dem Übergangenwerden bei Beförderungen oder dem Übersehenwerden am Bartresen. Und endet mit völliger Unsichtbarkeit. Jane Tara lässt ihre Tilda Finch auf die Suche nach den Gründen für ihre Krankheit gehen: Was läuft schief in ihrem Leben, das doch eigentlich so zufriedenstellend sein müsste?
Mir hat „Mit anderen Augen“ gut gefallen. Das Cover ist grafisch simpel, doch elegant. Tara Janes Schreibstil ist flüssig, die Geschichte lässt sich gut lesen. Der Mittelteil hatte für mich so einige Längen; hier hätte ein wenig Straffung der Storyline nicht geschadet. Richtig gut gefallen hat mir, dass jedes Kapitel mit einem Zitat beginnt. Die Fragen, die das Buch aufwirft, fand ich interessant: Wie denke ich über mich? Wie wirke ich auf andere? Und sehe ich mein Gegenüber eigentlich wirklich?
Ob der Weg zur Lösung, die Tilda schlussendlich für ihr Problem findet, sich auch ins reale Leben übertragen lässt, muss wohl jede(r) für sich selbst herausfinden. Für mich ist der Lösungsansatz schon gelungen, wenn man sich darauf einlässt.
Fazit: Ein wunderbares Buch über Selbstliebe, ein spannendes Gedankenexperiment.