Was wäre wenn? ...

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wieselkatze Avatar

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In seiner Einfachheit zieht mich das Cover ins Buch und wirft Fragen auf: Eine Frau zieht einen Vorgang beseite und schaut hinaus: in einen Garten? In die Welt? Wie sieht ihre persönliche Welt aus? Woran glaubt sie? Was wünscht sie sich? Fühlt sie sich geliebt? Liebt sie?

Der Titel passt.
Die Hauptfigur schafft es aufgrund eines enormen Leidesdrucks, sich selbst mit anderen Augen zu sehen und handelt dementsprechend. Toll!

Der Schreibstil passt zu Tilda, er spiegelt ihren Charakter, ihre Gefühle; ich gehe mit ihr durch das gesamte Buch.

Die Geschichte spielt in Australien, sie könnte in jedem anderen Land spielen.
Das Phänomen Unsichtbarkeit überfällt viele Frauen, wenn sie älter werden - sie fühlen sich nicht mehr gesehen.
In diesem Buch gibt Jane Tara diesen Frauen eine Stimme, sie holt dieses Gefühl auf eine körperliche Ebene. Die Autorin erzählt, wie sie sich jenseits der fünfzig fühlen, und lässt sie tatsächlich verschwinden, eine Metapher wird zur Realität – mit all ihren Konsequenzen. Ein genialer Schachzug!
Endlich stehen für Tilda essentielle Fragen im Raum:
Wer bin ich wirklich?
Bin ich glücklich?

Die Leseprobe hält, was sie verspricht: Die Situation verschlimmert sich, spitzt sich zu, kritisch. Klug und mit Humor gewinnt sie Erkenntnisse über sich selbst und ihre Möglichkeiten, über die Gesellschaft, sie holt sich Hilfe, sie ist mutig.
Großartig!