Wichtig ist, wie man sich selbst sieht

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Der Roman „Mit anderen Augen“ von Jane Tara hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht.

Tilda, die 52-jährige Hauptperson, bemerkt beim Arbeiten, dass ihr der kleine Finger fehlt. Sie ist furchtbar erschrocken und bemerkt erst später, dass der Finger noch da, aber eben unsichtbar ist.

Womit wir beim Thema des Buches sind. Es geht um die Sichtbarkeit, hauptsächlich von Frauen, und wie ich mich selbst sehe.

Auch wenn im Buch die ärztliche Diagnose „Unsichtbarkeit“ gestellt wird, die in vier Phasen bis zur völligen Unsichtbarkeit verläuft, handelt das Buch meines Erachtens jedoch mehr von der Unsichtbarkeit im übertragenen Sinne.

Vollkommen verängstigt beginnt Tilda, sich der Diagnose zu stellen und ihre Optionen zu betrachten und zu entscheiden. Sie wählt den Kampf gegen diese Krankheit.

Das ist alles berührend und sehr gefühlvoll beschrieben, versetzt mit so einem leisen Humor, der die Dinge nicht zu schwer werden lässt.

Tilda ist sozial gut eingebunden, hat Freundinnen und ihre erwachsenen Töchter.

Sie auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten, war schön, aber auch anstrengend, muss sie sich doch ihren vielen Traumata und ihren inneren Stimmen, im Buch PAULA genannt, stellen.
Diese Traumata reichen über ihre gescheiterte Ehe bis in ihre Kindheit zurück. Das alles hat auch mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Ganz hervorragend und nochmal besonders inspirierend fand ich die Zitate, die passend zum jeweiligen Inhalt, den Kapiteln vorangestellt sind.

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen.