Zweigeteiltes Buch

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biene101 Avatar

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Jane Tara greift in ihrem Buch ein wichtiges Thema auf. Die Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft. Im mittleren Alter tritt bei vielen Frauen das Phänomen auf, nicht mehr richtig von ihrer Umwelt zur Kenntnis genommen zu werden. Dies betrifft Beziehungen, Gesundheitsthemen, Beruf etc.
Die Autorin verarbeitet das Thema auf eine ungewöhnliche Weise, sie lässt die Frauen tatsächlich unsichtbar werden.
Tilda FInch merkt eines Tages, dass ihr kleiner Finger unsichtbar ist. Es folgen weitere Körperteile und eine zunehmende Verzweiflung von Tilda. Das Buch beginnt stark. Die Autorin hat einen angenehmen, lockeren Schreibstil, in dem sie diese Gesellschaftskritik verpackt.
Was ist die Lösung? Therapie, Meditation, Lebensentrümpelung, die innere Stimme PAULA (für mich das Beste am Buch) verstehen lernen?
Ich habe mit Begeisterung die ersten 100 Seiten gelesen. Dann ist das Buch gekippt . Tilda, die, man muss es so sagen, eher zu einem privilegierten Personenkreis gehört, bewältigt das Problem easy going, fast lässig. Wird zur Problemlöserin für andere Frauen, Meditation löst Traumata mal so nebenbei. Dazu noch ein neuer Mann, natürlich mit viel Geld. Man hat das Gefühl, in einem Selbsthilferatgeber gelandet zu sein, mit perfektem Happy End.
So hat sich ein spannendes Buch mit wichtiger Gesellschaftskritk in ein seichtes Allerweltsbuch verwandelt. Schade.