Coming of Age?
Dieser Text beginnt an einem Ort, den man kaum betreten möchte, und tut es trotzdem ganz ruhig. Alles ist körperlich und nah. Gleichzeitig weiß man beim Lesen schon, dass diese Nähe gefährlich ist. Das Ungeborene nimmt die Welt über die Mutter auf, mitsamt Sucht und Rausch. Das wird ohne Schonung erzählt, aber auch ohne lautes Urteil. Gerade diese Sachlichkeit macht es schwer auszuhalten.
Der Ton wirkt oft beinahe kindlich, obwohl das Erzählte brutal ist. Die Stimme beschreibt, was da ist, so als müsse sie sich selbst erklären, wie die Dinge zusammenhängen. Heroin und Entzug werden nebeneinandergestellt wie Fakten, die man sich merken muss, um die eigene Geschichte zu verstehen.
Später wird die Welt größer, aber kaum sicherer. Die Wohnung in Berlin, die Männer-WG, die Zimmer, die Gerüche, das Ticken der künstlichen Herzklappe. All das wird mit einer Genauigkeit erzählt, die zeigt, wie sehr sich Räume ins Innere einschreiben können. Man spürt, wie das Kind alles aufsaugt, ohne es einordnen zu können.
Besonders stark ist das Verhältnis zum Vater. Eine Hand, an die man sich klammert. Ein Satz beim Einschlafen. Der Wunsch, unter diesen Händen zu wohnen. Das ist kindlich gedacht und tief berührend. Auch die Mutter erscheint in solchen Momenten weniger als Figur, mehr als Gefühl.
Der Leseeindruck ist intensiv und fordernd. Der Text erzählt eine Geschichte von Verlust und politischer Zeitgeschichte, ohne sie einzuordnen. Er vertraut darauf, dass Bilder wirken dürfen. Man liest weiter, weil man verstehen will, wie aus all dem ein Ich entsteht, das erzählen kann. Und weil man merkt, dass hier jemand sehr genau weiß, woher diese Stimme kommt.
Der Ton wirkt oft beinahe kindlich, obwohl das Erzählte brutal ist. Die Stimme beschreibt, was da ist, so als müsse sie sich selbst erklären, wie die Dinge zusammenhängen. Heroin und Entzug werden nebeneinandergestellt wie Fakten, die man sich merken muss, um die eigene Geschichte zu verstehen.
Später wird die Welt größer, aber kaum sicherer. Die Wohnung in Berlin, die Männer-WG, die Zimmer, die Gerüche, das Ticken der künstlichen Herzklappe. All das wird mit einer Genauigkeit erzählt, die zeigt, wie sehr sich Räume ins Innere einschreiben können. Man spürt, wie das Kind alles aufsaugt, ohne es einordnen zu können.
Besonders stark ist das Verhältnis zum Vater. Eine Hand, an die man sich klammert. Ein Satz beim Einschlafen. Der Wunsch, unter diesen Händen zu wohnen. Das ist kindlich gedacht und tief berührend. Auch die Mutter erscheint in solchen Momenten weniger als Figur, mehr als Gefühl.
Der Leseeindruck ist intensiv und fordernd. Der Text erzählt eine Geschichte von Verlust und politischer Zeitgeschichte, ohne sie einzuordnen. Er vertraut darauf, dass Bilder wirken dürfen. Man liest weiter, weil man verstehen will, wie aus all dem ein Ich entsteht, das erzählen kann. Und weil man merkt, dass hier jemand sehr genau weiß, woher diese Stimme kommt.