Achterbahn der Gefühle

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Dieser Roman von Lilli Tollkien hat es in sich. Ein schweres und besonderes Leben beginnt schon im Mutterleib mit Drogenabhängigkeit der Mutter und gleich nach der Geburt mit Entzug. Wer denkt, das würde reichen an schwerem Schicksal für ein kleines Würmchen, hat sich geirrt.
Lales Kindheit verläuft alles andere als ideal. Von der drogenabhängigen Mutter getrennt, in eine linke Männerkommune geholt erlebt sie grenzenlose Freiheit, Grenzüberschreitungen und Vernachlässigung. Sie muss erleben wie ihr Vater immer wieder die Partnerinnen wechselt, ihr Liebe geben möchte, aber keine Grenzen setzen kann. auch nicht zu Lales Schutz.
In der Schule ist sie Anfangs sehr motiviert, verliert dann aber in der Pupertät durch falschen Umgang den Anschluss.
Sie versucht sich an Alkohol, Kleinkriminalität und Drogen. Dabei möchte sie sich eigentlich selbst finden, weiß aber nicht wo sie anfangen soll zu suchen.
Die Kindheit in den 80er Jahren wurde so realistisch beschrieben, dass ich mich immer wiederfinden konnte. Ich war hingerissen zwischen Schock und Staunen, Schmunzeln und Traurigkeit über dieses Leben, dass so tapfer und mit großer poetischer Kraft beschrieben wurde. Der Roman hat mich sehr berührt.
Unbedingte Kaufempfehlung und großer Dank an eine großartige Autorin.