Befremdend, verstörend, abstoßend
Diese Art von Sozialisation kann nur zu einer Katastrophe führen!
Die Startbedingungen der Ich-Erzählerin Lale sind denkbar schlecht: Mutter rauschgiftsüchtig, stirbt früh. Aufwachsen in einer libertären Männer-WG, deren Mitglieder sich zumeist dem Selbstbetrug hingeben, politisch aktiv und anarchisch zu sein. In Wirklichkeit zumeist antriebsschwach und egoistisch. Aufnahme des Kindes aus finanziellen Gründen. Staatliche Stellen legen ein bemerkenswertes Desinteresse an den Tag.
Obwohl anfangs motiviert, sich aus der emotionalen Umklammerung dieses Milieus zu befreien, indem Schulbildung als Ausweg erhofft wird, führen falsche Kontakte, Freundschaften und später sexuelle Abhängigkeiten in einen immer rasanteren psychischen und körperlichen Absturz.
Der sprachliche Duktus der Erzählerin ist zunächst fesselnd: der lakonische Tonfall kontrastiert frappierend mit dem Gegenstand der Darstellung. Doch die zwangsläufige, vorhersehbare Abwärtsspirale wirkt zunehmend ermüdend. Gewiss, die Verstrickung in die Verhältnisse löst beim Leser Anteilnahme aus, aber letztlich bietet der Text eine über Jahre hinweg ausgesponnene Repetition des immer gleichen.
Allzu unmotiviert wird der Roman abgeschlossen durch die Freuden der Mutterschaft. Misstrauisch lässt sich fragen, woher plötzlich die Kräfte stammen sollen, den eigenen Kindern den Halt und Orientierung zu bieten, die Lale selbst in ihrem gesamten Leben so schmerzlich vermisst hat.
Die Startbedingungen der Ich-Erzählerin Lale sind denkbar schlecht: Mutter rauschgiftsüchtig, stirbt früh. Aufwachsen in einer libertären Männer-WG, deren Mitglieder sich zumeist dem Selbstbetrug hingeben, politisch aktiv und anarchisch zu sein. In Wirklichkeit zumeist antriebsschwach und egoistisch. Aufnahme des Kindes aus finanziellen Gründen. Staatliche Stellen legen ein bemerkenswertes Desinteresse an den Tag.
Obwohl anfangs motiviert, sich aus der emotionalen Umklammerung dieses Milieus zu befreien, indem Schulbildung als Ausweg erhofft wird, führen falsche Kontakte, Freundschaften und später sexuelle Abhängigkeiten in einen immer rasanteren psychischen und körperlichen Absturz.
Der sprachliche Duktus der Erzählerin ist zunächst fesselnd: der lakonische Tonfall kontrastiert frappierend mit dem Gegenstand der Darstellung. Doch die zwangsläufige, vorhersehbare Abwärtsspirale wirkt zunehmend ermüdend. Gewiss, die Verstrickung in die Verhältnisse löst beim Leser Anteilnahme aus, aber letztlich bietet der Text eine über Jahre hinweg ausgesponnene Repetition des immer gleichen.
Allzu unmotiviert wird der Roman abgeschlossen durch die Freuden der Mutterschaft. Misstrauisch lässt sich fragen, woher plötzlich die Kräfte stammen sollen, den eigenen Kindern den Halt und Orientierung zu bieten, die Lale selbst in ihrem gesamten Leben so schmerzlich vermisst hat.