Bereichernd, hart zu lesen und stark geschrieben

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dierotefuchsin Avatar

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Ein Roman mit roher Kraft, eindringlich erzählt, kaum auszuhalten und dabei doch poetisch und bereichernd.
Ja, zugegeben, klingt alles etwas too much. Ist aber tatsächlich mein Ernst.
Wer "Mit beiden Händen den Himmel stützen" lesen möchte sollte keinen Wohlfühlroman erwarten und sich im Klaren darüber sein: Das hier ist ein unfassbar kraftvolles Buch, aber gemütliche Schmöker sehen anders aus. Und das ist auch gut so.
Lilli Tolkiens Schreibstil saugt dich ein und lässt dich so schnell nicht mehr los und so fliegen die Seiten dahin. Die Seiten bei deren Lektüre ich behütet auf meinem Sofa sitzen konnte und auf denen wir ein Kind, zu einem Mädchen, zu einem Teenager, zu einer Frau heranwachsen sehen. Die sich mit so jungen Jahren schon so einigen Problemen gegenüber sieht und doch nie ganz den Mut verliert.
Die Geschichte die sich zwischen diesen beiden Buchdeckeln entfaltet ist roh, ehrlich und stellenweise wirklich hart zu lesen.
Fast schon lakonisch erzählt die Autorin darin von Übergriffen und Begebenheiten in der Kindheit die scheinbar so normal waren, dass sie im Roman nur einen flüchtigen Nebenabsatz Wert sind und gerade dadurch ihre Kraft entfalten und uns Lesern/Leserinnen vor Augen führen was hier gerade passiert und wie „normal“ das für ein junges Kind ist, das unter diesen Umständen aufwächst.

Die Persönlichkeiten in diesem Buch wirken alle dem Leben entsprungen und da am Ende steht, dass das Buch zum Teilen nur fiktional ist wundert mich das gar nicht.
Ich bin sehr froh, dass die Autorin ihre literarische Stimme gefunden hat um diese Geschichte zu erzählen und hoffe in Zukunft noch mehr von ihr lesen zu können.
Denn dieser Roman war nicht schön im Sinne von harmonisch und beruhigend, aber bereichernd und sehr stark geschrieben.