Berührendes Chaos
*Mit beiden Händen den Himmel stützen* erzählt eindringlich von einer Kindheit, die von Instabilität, Überforderung und emotionaler Vernachlässigung geprägt ist. Umstände, die alles andere als gut für ein kleines Kind sind. Besonders bemerkenswert ist der ruhige, fast sachliche Ton, mit dem Lale auch schmerzhafte Erfahrungen schildert – eine Distanz, die zugleich schützt und irritiert. Und die das Lesen für mich erträglicher gemacht hat. Im Verlauf des Buches wird deutlich, wie sehr diese frühen Erlebnisse ihre Wahrnehmung und ihr späteres Leben beeinflussen. Dabei entsteht ein vielschichtiges Bild von Verletzlichkeit und innerer Stärke. Nicht jede Entwicklung wirkt vollständig greifbar, doch gerade diese Offenheit verleiht der Erzählung Authentizität. Insgesamt ein bewegendes Buch, das zum Nachdenken anregt.