Ein fulminanter Roman, der mich sehr berührt hat
Der Roman "Mit beiden Händen den Himmel stützen" von Lilli Tollkien ist ein wirklich fulminanter Roman, der mich sehr berührt hat. Lilli Tolkien berichtet von Lale, die in der Männer WG ihres Vaters aufwächst und die Umstände dort, sind schon beim Lesen teilweise schwer auszuhalten. Drogen, wechselnde Beziehungen der Bewohner, rauchgeschwängerte Luft, jede Menge Alkoholkonsum, keinerlei Privatsphäre für Lale und auch der Missbrauch durch Ansgar werden wirklich krass beschrieben. Nachdem Lale erst in einem Kinderladen ist, gibt ihr dann die Schule erstmals etwas Halt. Trotzdem beginnt Lale schon sehr früh damit auch Drogen zu nehmen. Sie ist haltlos, verloren in dem Chaos um sich herum, in dem zwischendurch auch mal die drogenabhängige Mutter erscheint, die aber sehr häufig im Gefängnis ist. Es ist wirklich berührend, wie Lale ihren Weg sucht, wie sie strauchelt, verletzt wird, kämpft, wieder aufsteht und versucht, die Bürde, die ihr ihre Kindheit auferlegt hat, zu bewältigen. Wirklich ein toller Roman von Lilli Tollkien.