Erschreckend
Der Roman *Mit beiden Händen den Himmel stützen* von Lilli Tolkien erzählt die erschütternde Geschichte von Lale, die in den 1970er- und 1980er-Jahren in einer Berliner Männerkommune aufwächst. Was nach einem Ort radikaler Freiheit klingt – lange aufbleiben, Süßigkeiten essen, fernsehen, keine strengen Regeln – entpuppt sich schnell als eine Umgebung, in der Verantwortungslosigkeit, Vernachlässigung und Grenzüberschreitungen zum Alltag gehören.
Tolkien schildert Lales Kindheit und Jugend in einem auffallend nüchternen, distanzierten Stil. Die Sprache wirkt häufig fast emotionslos und kühl, was die geschilderten Ereignisse umso bedrückender erscheinen lässt. Gerade diese Zurückhaltung verstärkt die Wirkung: Die Leserinnen und Leser müssen die emotionale Wucht der Erlebnisse selbst erfassen, ohne dass der Text sie direkt kommentiert.
Die Erzählung zeichnet das Bild einer Kindheit, die von Drogen, Verwahrlosung und sexuellem Missbrauch geprägt ist. In einem Umfeld, das sich selbst als frei und progressiv versteht, fehlt es dem Kind an Schutz, Orientierung und verlässlichen Bezugspersonen. Besonders erschreckend ist dabei, wie viele Erwachsene im Leben des Mädchens verantwortungslos handeln oder schlicht wegsehen.
Aus dieser Kindheit geht eine junge Frau hervor, die immer wieder nach Sinn und Halt sucht, ihn aber nur schwer findet. Lale taumelt von Job zu Job und von einer toxischen Beziehung zur nächsten. Ihr fehlt ein stabiles Gefühl für sich selbst und ihren eigenen Körper; zugleich scheint sie nie gelernt zu haben, ihre Gefühle klar wahrzunehmen oder auszudrücken. Das Buch zeigt eindringlich, wie stark soziale Beziehungen und frühe Lebensumstände einen Menschen prägen und wie lange ihre Folgen nachwirken.
Der Roman wirkt dabei stellenweise wie eine literarische Aufarbeitung persönlicher Erfahrungen. Auch wenn dies nicht ausdrücklich bestätigt wird, entsteht der Eindruck, dass autobiografische Elemente in die Geschichte eingeflochten sind. Dadurch erhält der Text eine zusätzliche Authentizität und Dringlichkeit.
Am Ende bleibt *Mit beiden Händen den Himmel stützen* ein sehr eindringliches, stellenweise schwer auszuhaltendes Buch. Es erzählt nicht nur von einer traumatischen Kindheit, sondern auch von der langen Suche nach Identität, Selbstbestimmung und einem eigenen Platz im Leben. Gerade durch seine nüchterne Erzählweise hinterlässt der Roman einen nachhaltigen Eindruck und macht deutlich, wie tief die Spuren sind, die ein verantwortungsloses Umfeld in der Entwicklung eines Kindes hinterlassen kann.
Tolkien schildert Lales Kindheit und Jugend in einem auffallend nüchternen, distanzierten Stil. Die Sprache wirkt häufig fast emotionslos und kühl, was die geschilderten Ereignisse umso bedrückender erscheinen lässt. Gerade diese Zurückhaltung verstärkt die Wirkung: Die Leserinnen und Leser müssen die emotionale Wucht der Erlebnisse selbst erfassen, ohne dass der Text sie direkt kommentiert.
Die Erzählung zeichnet das Bild einer Kindheit, die von Drogen, Verwahrlosung und sexuellem Missbrauch geprägt ist. In einem Umfeld, das sich selbst als frei und progressiv versteht, fehlt es dem Kind an Schutz, Orientierung und verlässlichen Bezugspersonen. Besonders erschreckend ist dabei, wie viele Erwachsene im Leben des Mädchens verantwortungslos handeln oder schlicht wegsehen.
Aus dieser Kindheit geht eine junge Frau hervor, die immer wieder nach Sinn und Halt sucht, ihn aber nur schwer findet. Lale taumelt von Job zu Job und von einer toxischen Beziehung zur nächsten. Ihr fehlt ein stabiles Gefühl für sich selbst und ihren eigenen Körper; zugleich scheint sie nie gelernt zu haben, ihre Gefühle klar wahrzunehmen oder auszudrücken. Das Buch zeigt eindringlich, wie stark soziale Beziehungen und frühe Lebensumstände einen Menschen prägen und wie lange ihre Folgen nachwirken.
Der Roman wirkt dabei stellenweise wie eine literarische Aufarbeitung persönlicher Erfahrungen. Auch wenn dies nicht ausdrücklich bestätigt wird, entsteht der Eindruck, dass autobiografische Elemente in die Geschichte eingeflochten sind. Dadurch erhält der Text eine zusätzliche Authentizität und Dringlichkeit.
Am Ende bleibt *Mit beiden Händen den Himmel stützen* ein sehr eindringliches, stellenweise schwer auszuhaltendes Buch. Es erzählt nicht nur von einer traumatischen Kindheit, sondern auch von der langen Suche nach Identität, Selbstbestimmung und einem eigenen Platz im Leben. Gerade durch seine nüchterne Erzählweise hinterlässt der Roman einen nachhaltigen Eindruck und macht deutlich, wie tief die Spuren sind, die ein verantwortungsloses Umfeld in der Entwicklung eines Kindes hinterlassen kann.