Feinfühlige Heldinnengeschichte
»Ich möchte hinaustreten, in anderen Räumen träumen, aber die Zimmer haben sich in meinen Körper eingeschrieben wie eine universelle Architektur.« (S. 19)
Anfang der 80er Jahre in Berlin: Lale kommt in der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt. Um die Geburt zu überstehen, konsumiert die Mutter nochmal Heroin. Für das Ungeborene keine unbekannte Substanz. Die Mutter konsumiert weiterhin, während sie sich um ihr Baby kümmert. Nach einem gefährlichen Vorfall wird das Jugendamt auf die familiäre Situation aufmerksam, der Mutter wird die elterliche Sorge entzogen. Lale landet im Kinderheim und wird später als Pflegekind in einer Männer-WG untergebracht. Dort wohnt sie zusammen mit vier erwachsenen Männern. Später zieht auch Lales Vater ein, nachdem er aus dem Knast entlassen wurde.
Der WG-Alltag ist trist, die Männer sind mit sich selbst beschäftigt, planen Partys und Revolte. Sie haben wenig Nerv sich mit einem Kind zu beschäftigen. Regeln, Struktur, Grenzen, Fürsorge und Erziehung sind Dinge nach denen sich Lale sehnt, aber nicht erhält. Stattdessen erfährt Lale Vernachlässigung und macht Missbrauchserfahrungen.
»Mit beiden Händen den Himmel stützen« ist der Debütroman von Lilli Tollkien, geschrieben mit einer unglaublichen Wucht — authentisch, erschütternd, aufwühlend, poetisch und vulnerabel. Erzählt wird der Roman aus der Perspektive von Lale. Sie erzählt uns rückblickend und reflektiert ihr Leben, bis wir in ihrer Gegenwart angekommen sind — im Leben der erwachsenen Lale.
»Mein Vater hatte mir keinen Extraplatz in seinem Leben eingerichtet, aber ich gehörte dazu, seit er damals aus dem Knast entlassen und in die WG gezogen war. Ich war dabei und lief an seiner Hand.« (S. 232)
Lilli Tollkien schreibt mit sehr viel Fingerspitzengefühl über eine Heldin, die sich ihr Leben und die Deutungshoheit über ihren Körper und ihre Gefühle hart zurückerkämpft. An vielen Stellen wird deutlich wie kraftvoll der Wille von Lale ist, ein Leben in geordneten Bahnen führen zu wollen, fernab von ihrem eigenen Aufwachsen und doch bleiben die Erinnerungen, das Erlebte immer ein Teil von ihr. Lale trägt in sich eine unglaubliche Resilienz und Stärke. Mich hat »Mit beiden Händen den Himmel stützen« ab der ersten Seite abgeholt und bis zum Ende halten können.
Anfang der 80er Jahre in Berlin: Lale kommt in der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt. Um die Geburt zu überstehen, konsumiert die Mutter nochmal Heroin. Für das Ungeborene keine unbekannte Substanz. Die Mutter konsumiert weiterhin, während sie sich um ihr Baby kümmert. Nach einem gefährlichen Vorfall wird das Jugendamt auf die familiäre Situation aufmerksam, der Mutter wird die elterliche Sorge entzogen. Lale landet im Kinderheim und wird später als Pflegekind in einer Männer-WG untergebracht. Dort wohnt sie zusammen mit vier erwachsenen Männern. Später zieht auch Lales Vater ein, nachdem er aus dem Knast entlassen wurde.
Der WG-Alltag ist trist, die Männer sind mit sich selbst beschäftigt, planen Partys und Revolte. Sie haben wenig Nerv sich mit einem Kind zu beschäftigen. Regeln, Struktur, Grenzen, Fürsorge und Erziehung sind Dinge nach denen sich Lale sehnt, aber nicht erhält. Stattdessen erfährt Lale Vernachlässigung und macht Missbrauchserfahrungen.
»Mit beiden Händen den Himmel stützen« ist der Debütroman von Lilli Tollkien, geschrieben mit einer unglaublichen Wucht — authentisch, erschütternd, aufwühlend, poetisch und vulnerabel. Erzählt wird der Roman aus der Perspektive von Lale. Sie erzählt uns rückblickend und reflektiert ihr Leben, bis wir in ihrer Gegenwart angekommen sind — im Leben der erwachsenen Lale.
»Mein Vater hatte mir keinen Extraplatz in seinem Leben eingerichtet, aber ich gehörte dazu, seit er damals aus dem Knast entlassen und in die WG gezogen war. Ich war dabei und lief an seiner Hand.« (S. 232)
Lilli Tollkien schreibt mit sehr viel Fingerspitzengefühl über eine Heldin, die sich ihr Leben und die Deutungshoheit über ihren Körper und ihre Gefühle hart zurückerkämpft. An vielen Stellen wird deutlich wie kraftvoll der Wille von Lale ist, ein Leben in geordneten Bahnen führen zu wollen, fernab von ihrem eigenen Aufwachsen und doch bleiben die Erinnerungen, das Erlebte immer ein Teil von ihr. Lale trägt in sich eine unglaubliche Resilienz und Stärke. Mich hat »Mit beiden Händen den Himmel stützen« ab der ersten Seite abgeholt und bis zum Ende halten können.