Gewaltig!

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tessaschmökert Avatar

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Wir befinden uns in den 80ern in Berlin: Männerkommune, Drogen, Anarchismus und mittendrin Lale, die als Mädchen in diesem antiautoritären Sog versucht, nicht unterzugehen.

"Mit beiden Händen den Himmel stützen" packt dich und lässt dich dann nicht mehr los. Themen wie sexuelle Übergriffe, Missbrauch und Suchtkrankheiten aus der Sicht eines Kindes erzählt zu bekommen, hat etwas stark Groteskes und die lesende Person wird Lales Erlebnisse mitunter selbst einordnen müssen. Das gelegentliche Wechseln zwischen Kinder- und Erwachsenenperspektive gibt dem Ganzen zudem etwas sehr Authentisches – als würde das chronologische Erzählen Lales Kindheit immer wieder unterbrochen werden von anderen Erinnerungssträngen, die sich an die Oberfläche kämpfen.

Die Geschichte lässt dich wütend zurück – und ich denke, das soll sie auch.
Große Empfehlung für diejenigen Menschen, die diese Wut spüren oder wissen wollen, wie sie sich anfühlt.