Intensiv, ungeschönt und emotional echt harter Tobak
Ich bin ehrlich: Das Cover hat mich total angesprochen, aber auf den Inhalt war ich emotional trotzdem nicht ganz vorbereitet. Die Geschichte von Lale, die im Berlin der 80er Jahre in einer linken Männer-WG aufwächst, ging mir richtig unter die Haut. Was vordergründig nach grenzenloser Freiheit und cooler Hippie-Anarchie klingt, entpuppt sich beim Lesen schnell als emotionale Verwahrlosung und ziemlicher Albtraum für ein Kind. Lilli Tollkien schreibt das Ganze extrem direkt und ungeschönt. Manche Szenen rund um die drogenabhängige Mutter oder die psychischen und körperlichen Grenzüberschreitungen in der Kommune waren echt harter Tobak und schwer zu schlucken. Man spürt beim Lesen richtig diese haltlose Atmosphäre, die Geräusche und die Musik der damaligen Zeit. Lales Sehnsucht nach einfachen Grenzen und Regeln fand ich unfassbar greifbar und traurig beschrieben.
Warum keine vollen 5 Sterne? Durch die vielen Zeitsprünge wirkte die Story für mich an manchen Stellen ein bisschen episodenhaft. Ich hätte mir an manchen Übergängen etwas mehr Tiefe gewünscht, weil mich Lales Entwicklung so gefesselt hat.
Trotzdem ein absolut starkes, wichtiges Debüt über Selbstbehauptung und die Schattenseiten einer vermeintlich perfekten „Freiheit“. Große Leseempfehlung, wenn man mit schweren Themen umgehen kann.
Warum keine vollen 5 Sterne? Durch die vielen Zeitsprünge wirkte die Story für mich an manchen Stellen ein bisschen episodenhaft. Ich hätte mir an manchen Übergängen etwas mehr Tiefe gewünscht, weil mich Lales Entwicklung so gefesselt hat.
Trotzdem ein absolut starkes, wichtiges Debüt über Selbstbehauptung und die Schattenseiten einer vermeintlich perfekten „Freiheit“. Große Leseempfehlung, wenn man mit schweren Themen umgehen kann.