Kalte Welt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
heroemil Avatar

Von





Das Cover spiegelt die Zerrissenheit einer jungen Frau in einer gefühlsarmen Welt wieder.
Der Roman „Mit beiden Händen den Himmel stützen“
beschreibt das Leben von Lale. Er beginnt bereits im Mutterleib und führt dann über verschiedene Kapitel durch das Leben der Protagonistin. Einem Leben, das von Missbrauch und Gefühlskälte geprägt ist. Er handelt aber auch von der drogenabhängigen Mutter, die sich nicht um ihr Kind kümmern kann, weil sie überwiegend im Gefängnis einsitzt und vom Vater, der die Ängste seiner Tochter nicht erkennt oder wahrnehmen will. Es ist schwer zu ertragen, wie ein Kind in einer derartigen Atmosphäre aufwachsen muss.
Lale wird von einem Mann, der mit ihrem Vater in einer linken Männerkommune lebt, aufgenommen, aber nur, um das Pflegegeld zu kassieren. Als ungeliebtes Pflegekind geniest sie dort zwar alle Freiheiten, die sich ein Kind wünschen kann, bekommt aber auch keine Grenzen gesetzt und leidet unter einer emotionalen Vernachlässigung. Lale sehnt sich nach elterlicher Liebe und Geborgenheit.

Das für ein Kind unheilvolle Leben in der Männerwohngemeinschaft ist geprägt von Drogenmissbrauch und sexuellen Ausschweifungen, die sogar vor Lale nicht haltmachen.
Als Leser in diese Welt gezerrt, ist solch ein Dasein nur schwer nachvollziehbar.
Erst in der Schule findet Lale halbwegs geordnete Verhältnisse, die sie dann auch als happy empfindet. Doch auch hier ist sie vor den Einflüssen der Straße nicht sicher.
Gott sei Dank findet sie irgendwann den Weg aus dieser unhaltbaren Situation.
Der Inhalt ist psychisch belastend und verlangt den Lesern viel ab. Ich wollte sie anfangs als fiktiv bewerten und als Jugendroman einordnen. Erst zum Schluss habe ich dem Impressum entnommen, dass es sich um eine authentische Geschichte handelt.
Der Schreibstil des Buches ist flüssig und die Kapitel sind übersichtlich geordnet.
Inhaltlich ist es aber sehr schwere Kost, die nicht als kuschelige Lektüre zu konsumieren ist.