Links oder rechts?
In Lales Umfeld ist das ganz klar: nur links und zwar in einer sehr extremen Variante. Wir Leser:innen erleben das von Anfang an mit, eigentlich schon vorher, denn wir begleiten Lale schon im Mutterbauch nach Spanien, wo ihre drogensüchtige Mutter einen Entzug plant, der mIßlingt und so ist Lale schon in den ersten Tagen ihres Lebens auf Entzug, denn sie kommt schon süchtig zur Welt. Das hat nichts mit einer politischen Richtung gesehen, im Anschluss bekommt sie vom linken Milieu in Berlin umso mehr mit.
In den Folgejahren hat Lale wenig Kontakt zu ihrer Mutter, sie wächst bei ihrem Vater in einer Männer-WG in West-Berlin auf, in der es primär um den Kampf gegen rechts geht, anfangs durchaus auch auf extremen Wegen, weswegen Lales Vater auch schon mal im Knast sitzt ,Lale wird vor allem von einem seiner Mitbewohner aufgezogen, der dafür allerdings auch das Geld vom Jugendamt kassiert, aber eigentlich sind alle Bewohner an ihrer Erziehung - wenn man das so nennen kann - beteiligt. Die Liebe zur körperlichen Gewalt nimmt ab, aber nach wie vor lieben sie Drogen und Frauen, teilweise auch so kleine wie Lale.
In eindringlicher und berührender Sprache beschreibt Autorin Lilli Tollkien Lales Kindheit und Adoleszenz, die frei und qualvoll zugleich war. Mich hat der Roman so fasziniert, dass ich ihn in einem Rutsch durchgelesen habe und fassungslos vor dem schnellen Ende stand.
Es ist harte Kost, die die Lesenden erwartet, genau wie Lale werden sie nicht geschont. Ja, Lale steht durchgehend im Mittelpunkt der Handlung, aber ein zweites großes Thema ist das Westberlin der 1980er, das die Autorin so anschaulich beschreibt, dass man sich in diese Jahre zurückversetzt fühlt, die Musik von Ton Steine Scherben und den Einstürzenden Neubauten nicht aus dem Kopf bekommt - jedenfalls, wenn man wie ich deutlich älter als Lale ist und das ganze bewusst - wenn auch als Nichtberlinerin eher durch die Medien mitbekommen hat.
Ein wundervolles, dabei sehr forderndes Leseerlebnis.
In den Folgejahren hat Lale wenig Kontakt zu ihrer Mutter, sie wächst bei ihrem Vater in einer Männer-WG in West-Berlin auf, in der es primär um den Kampf gegen rechts geht, anfangs durchaus auch auf extremen Wegen, weswegen Lales Vater auch schon mal im Knast sitzt ,Lale wird vor allem von einem seiner Mitbewohner aufgezogen, der dafür allerdings auch das Geld vom Jugendamt kassiert, aber eigentlich sind alle Bewohner an ihrer Erziehung - wenn man das so nennen kann - beteiligt. Die Liebe zur körperlichen Gewalt nimmt ab, aber nach wie vor lieben sie Drogen und Frauen, teilweise auch so kleine wie Lale.
In eindringlicher und berührender Sprache beschreibt Autorin Lilli Tollkien Lales Kindheit und Adoleszenz, die frei und qualvoll zugleich war. Mich hat der Roman so fasziniert, dass ich ihn in einem Rutsch durchgelesen habe und fassungslos vor dem schnellen Ende stand.
Es ist harte Kost, die die Lesenden erwartet, genau wie Lale werden sie nicht geschont. Ja, Lale steht durchgehend im Mittelpunkt der Handlung, aber ein zweites großes Thema ist das Westberlin der 1980er, das die Autorin so anschaulich beschreibt, dass man sich in diese Jahre zurückversetzt fühlt, die Musik von Ton Steine Scherben und den Einstürzenden Neubauten nicht aus dem Kopf bekommt - jedenfalls, wenn man wie ich deutlich älter als Lale ist und das ganze bewusst - wenn auch als Nichtberlinerin eher durch die Medien mitbekommen hat.
Ein wundervolles, dabei sehr forderndes Leseerlebnis.