Man kann es nicht aus der Hand legen.
"Den Himmel mit Händen stützen" hat Caroline Wahl'sches Potential den Leser zu fesseln. Wir begleiten Lale beim erwachsen werden und man schüttelt nicht nur einmal den Kopf, ob der Dinge, die das Mädchen hin und her gerissen zwischen alternativem WG-Leben des Vaters und drogenabhänger Mutter, erlebt. Sprachlich dicht erzählt Lilli Tollkien über Verletzlichkeit, Sehnsucht und Selbstbehauptung im Berlin der 80er.
Der Roman zeigt die subjektiven Wahrnehmung seiner Protagonistin. Je nach Entwicklungsstand werden Gefühle, Körperempfindungen und innere Konflikte geschildert. Je älter Lale wird, desto intensiver werden die Emotionen und komplexer die Reaktionen. Die Fokussierung auf die weibliche Erfahrung als narrative Triebkraft ist hier durchgehend spürbar. Allerdings zeigt sich die feministische Perspektive partiell uneinheitlich, so werden konkrete Grenzüberschreitungen teils im Nebensatz lapidar etwähnt, was allerdings im Alter der Protagonistin begründet liegt und daher umso berührender wirkt.
Besonders irritierend ist, dass deutliche Szenen sexueller Übergriffigkeit teilweise mit einer sprachlichen Leichtigkeit geschildert werden, die die Schwere der Situation unterläuft, aber die Naivität und Kindlichkeit der Protagonistin umso deutlicher schildert. Zum einen lässt sich dies wohl als ein Abbild gesellschaftlicher Verdrängung deuten. Zum anderen spiegelt der beiläufige Ton wider, wie Lale dies als Schutzmechanismus oder aus sozialem Druck heraus bagatellisiert. Das Buch bewegt sich in einem Spannungsfeld von Widersprüchlichkeiten und macht es daher so fesselnd und vorantreibend.
Der Roman zeigt die subjektiven Wahrnehmung seiner Protagonistin. Je nach Entwicklungsstand werden Gefühle, Körperempfindungen und innere Konflikte geschildert. Je älter Lale wird, desto intensiver werden die Emotionen und komplexer die Reaktionen. Die Fokussierung auf die weibliche Erfahrung als narrative Triebkraft ist hier durchgehend spürbar. Allerdings zeigt sich die feministische Perspektive partiell uneinheitlich, so werden konkrete Grenzüberschreitungen teils im Nebensatz lapidar etwähnt, was allerdings im Alter der Protagonistin begründet liegt und daher umso berührender wirkt.
Besonders irritierend ist, dass deutliche Szenen sexueller Übergriffigkeit teilweise mit einer sprachlichen Leichtigkeit geschildert werden, die die Schwere der Situation unterläuft, aber die Naivität und Kindlichkeit der Protagonistin umso deutlicher schildert. Zum einen lässt sich dies wohl als ein Abbild gesellschaftlicher Verdrängung deuten. Zum anderen spiegelt der beiläufige Ton wider, wie Lale dies als Schutzmechanismus oder aus sozialem Druck heraus bagatellisiert. Das Buch bewegt sich in einem Spannungsfeld von Widersprüchlichkeiten und macht es daher so fesselnd und vorantreibend.