Mühe mit meinem unbeständigen Leben
„Das Bild von meiner Mutter wird zum übergroßen Traum eines Kindes. Im Traum ist sie eine Bärin, die mich mit ihren großen Tatzen gegen die Welt verteidigt, während sie in der Realität immer weniger wird.“
Inhalt
Lale wächst in einer Männerkommune in Berlin auf, nachdem ihrer drogenabhängigen Mutter das Sorgerecht entzogen wurde. Ihr leiblicher Vater und dessen Freunde, führen ein Leben zwischen Drogen, Alkohol, wechselnden Frauenliebschaften gepaart mit Arbeitsverweigerung und politischen Statements. Lales Platz in der Wohngemeinschaft ist förmlich nicht existent - sie ist eben einfach da! Es gibt keine Regeln, keine Zuwendung, keine Anleitung. Während sich die Erwachsenen tagein und tagaus im Suff befinden oder mit Frauen vergnügen, muss Lale ihren Platz behaupten. Doch über Verwahrlosung und Desinteresse schiebt sich noch der Missbrauch hinzu, wenn die Männer gerade keine Frau haben, setzen sie sich gerne auch die 8-jährige auf den Schoß. Sobald sie kann, verlässt sie die Wohnung, schlittert jedoch nur in ein eigenes Leben voller Abhängigkeiten hin zu Drogen und den Randfiguren der Gesellschaft. Doch aufgeben ist keine Option, ihr erstrebenswertes Ziel: endlich ankommen und ein Zuhause finden. Erst als sie selbst Mutter wird, eröffnet sich diese Chance – und diesmal will sie es nicht vermasseln.
Meinung
Die Thematik des Buches an sich ist schon eine ganz spezielle und deutet auf eine Vielfalt an Betrachtungsweisen und Meinungen hin, umso betroffener hat mich dieser Text, der ausschließlich von Lale selbst erzählt wird, gemacht. Denn der Leser ist hier hautnah dabei an dieser Kindheit voller Missstände, Ängste und Haltlosigkeit. Die psychologische Betrachtung erschließt sich unmittelbar und durch keinerlei Filter beschönigt. Ein hartes Kinderleben formt eine harte Erwachsene, die dennoch nur schwimmt und sich auf der Flucht vor sich selbst befindet, auf der Flucht vor ihren antrainierten Unzulänglichkeiten, die keinerlei Vertrauensbasis erfahren hat und voller Begierde auf ein „normales“ Leben schaut, ohne zu wissen, wie sie dieses erreichen kann.
Dennoch hat mich diese konsequente Erzählweise in ihrem harschen Ton stellenweise erschreckt und weniger Emotionen geweckt als erhofft. Die Traurigkeit erfasst den gesamten Text, bewegt sich aber weitab von irgendeiner Allgemeingültigkeit. Mir war einiges zu exemplarisch dargestellt und die dunklen Momente der Betroffenen wirken nur deshalb so „erträglich“, weil sich das Umfeld immer im Drogenwahn oder in der Volltrunkenheit befindet. Der endgültige Befreiungsschlag bleibt aus und der Funken Hoffnung ist klein und unbeständig.
Fazit
Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen besonderen, dramatischen Roman mit harten Themen, verlorenen Protagonisten und Randexistenzen der Gesellschaft, die jeglichen Halt verloren haben. Der distanzierte Stil, in kurzen einfach Sätzen, basierend auf Erlebnissen, eines Kindes mit all den Folgeschäden für die Zukunft, dass muss man aushalten können. Man kann dieses Buch in einem hohen Tempo lesen und ist stets gefesselt – allerdings auf eine unangenehme Art und Weise. Die Wirkung jedoch ist die eines tragischen Einzelschicksals, die Gesamtaussage bleibt hinter meinen Erwartungen zurück und die einseitige Sicht auf dieses Leben im Ausnahmezustand, verhindert die Facettenvielfalt, die ich mir hier gewünscht hätte.
Inhalt
Lale wächst in einer Männerkommune in Berlin auf, nachdem ihrer drogenabhängigen Mutter das Sorgerecht entzogen wurde. Ihr leiblicher Vater und dessen Freunde, führen ein Leben zwischen Drogen, Alkohol, wechselnden Frauenliebschaften gepaart mit Arbeitsverweigerung und politischen Statements. Lales Platz in der Wohngemeinschaft ist förmlich nicht existent - sie ist eben einfach da! Es gibt keine Regeln, keine Zuwendung, keine Anleitung. Während sich die Erwachsenen tagein und tagaus im Suff befinden oder mit Frauen vergnügen, muss Lale ihren Platz behaupten. Doch über Verwahrlosung und Desinteresse schiebt sich noch der Missbrauch hinzu, wenn die Männer gerade keine Frau haben, setzen sie sich gerne auch die 8-jährige auf den Schoß. Sobald sie kann, verlässt sie die Wohnung, schlittert jedoch nur in ein eigenes Leben voller Abhängigkeiten hin zu Drogen und den Randfiguren der Gesellschaft. Doch aufgeben ist keine Option, ihr erstrebenswertes Ziel: endlich ankommen und ein Zuhause finden. Erst als sie selbst Mutter wird, eröffnet sich diese Chance – und diesmal will sie es nicht vermasseln.
Meinung
Die Thematik des Buches an sich ist schon eine ganz spezielle und deutet auf eine Vielfalt an Betrachtungsweisen und Meinungen hin, umso betroffener hat mich dieser Text, der ausschließlich von Lale selbst erzählt wird, gemacht. Denn der Leser ist hier hautnah dabei an dieser Kindheit voller Missstände, Ängste und Haltlosigkeit. Die psychologische Betrachtung erschließt sich unmittelbar und durch keinerlei Filter beschönigt. Ein hartes Kinderleben formt eine harte Erwachsene, die dennoch nur schwimmt und sich auf der Flucht vor sich selbst befindet, auf der Flucht vor ihren antrainierten Unzulänglichkeiten, die keinerlei Vertrauensbasis erfahren hat und voller Begierde auf ein „normales“ Leben schaut, ohne zu wissen, wie sie dieses erreichen kann.
Dennoch hat mich diese konsequente Erzählweise in ihrem harschen Ton stellenweise erschreckt und weniger Emotionen geweckt als erhofft. Die Traurigkeit erfasst den gesamten Text, bewegt sich aber weitab von irgendeiner Allgemeingültigkeit. Mir war einiges zu exemplarisch dargestellt und die dunklen Momente der Betroffenen wirken nur deshalb so „erträglich“, weil sich das Umfeld immer im Drogenwahn oder in der Volltrunkenheit befindet. Der endgültige Befreiungsschlag bleibt aus und der Funken Hoffnung ist klein und unbeständig.
Fazit
Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen besonderen, dramatischen Roman mit harten Themen, verlorenen Protagonisten und Randexistenzen der Gesellschaft, die jeglichen Halt verloren haben. Der distanzierte Stil, in kurzen einfach Sätzen, basierend auf Erlebnissen, eines Kindes mit all den Folgeschäden für die Zukunft, dass muss man aushalten können. Man kann dieses Buch in einem hohen Tempo lesen und ist stets gefesselt – allerdings auf eine unangenehme Art und Weise. Die Wirkung jedoch ist die eines tragischen Einzelschicksals, die Gesamtaussage bleibt hinter meinen Erwartungen zurück und die einseitige Sicht auf dieses Leben im Ausnahmezustand, verhindert die Facettenvielfalt, die ich mir hier gewünscht hätte.