Schmerzhaft und kaum zu ertragen

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europeantravelgirl Avatar

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Im Roman erinnert sich Lale an eine Meldung finnischer Forscher, wo wir unsere Emotionen verorten, und ich habe augenblicklich gespürt, was sie meint:

Beim Lesen des erschütternden Romans habe ich Furcht in der Umgebung meines Herzens empfunden, Ekel in Kehlkopf und Hals. Und ich habe Lales Scham gefühlt in der Region um die Augen herum.

Diese Geschichte, die Lebensgeschichte von Lale vom Zeitpunkt vor ihrer Geburt im Leib der drogenabhängigen Mutter, bis zur Entbindung ihres eigenen Kindes, hat mir alles abverlangt. Mehr als einmal wollte ich das Buch von mir werfen, das Fenster aufreißen und mein Entsetzen in die Welt hinausschreien. Übrigens etwas, das Lale nicht tut, denn „…solange ich es nicht erzähle, ist es nicht da.“

Mich hat dieser Roman emotional überfordert, denn für mich war es da. War alles da und lag ausgebreitet vor mir. Die Schilderung entsetzlichster Vorgänge aus kindlicher Sicht, teils ganz beiläufig in Nebensätzen, war für mich kaum zu ertragen. Vor allem weil sie so nah an der Realität gebaut ist. Da fiel es mir ausnehmend schwer, mir die Geschichte auf eine fiktive Distanz zu halten. Ich wusste stellenweise nicht, ob ich weinen oder vor Wut schreien will. Es hat weh getan, die Geschichte zu lesen, und ich empfehle sie nur denjenigen, die es aushalten, von solchen Ausmaßen von Missbrauch und Vernachlässigung zu lesen.