So dürfte ein Kind nicht aufwachsen

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Das Cover des Buches ist sehr auffallend durch das Bildnis und die Farbgebung. Es paßt sehr gut zur Geschichte. Das Lesen habe ich mehrfach unterbrochen, weil die Geschichte von Lale für mich zu schockierend war. Ihre Mutter war alkoholsüchtig, so daß das Kind vom Jugendamt in eine Männer-WG gegeben wurde, in die auch ihr Vater eingezogen war. Keiner hielt sich an Regeln und Lale wuchs völlig sich selbst überlassen auf. Sie konnte tun und lassen, was sie wollte, es gab keine Grenzen. Aber auch hier Alkoholgelage, Mißbrauch und Anzüglichkeiten. Lediglich die Schule bot ihr eine gewisse Ordnung. Sie ging gerne hin, weil sie diese Ordnung in ihrem täglichen Leben in der WG vermißte. Das Leben dort war für ein Kind völlig inakzeptabel, mußte sie doch immer wieder erleben, wie die Männer ständig wechselnde Frauen mitbrachten, um mit ihnen die Nächte zu verbringen. Das Jugendamt hat zwar ab und an vorbeigeschaut, aber immer angemeldet. Dafür wurde aufgeräumt und sauber gemacht, damit kein Verdacht auf Vernachlässigung aufkommen konnte. Das war für mich das Erschreckende an Lales Geschichte. Wieso kommt das Jugendamt immer nur angemeldet und zahlt ja auch noch an die WG für die Aufnahme von Lale. Das kann nicht Sinn und Zweck der Obhut durch das Jugendamt sein. Dieses Buch kann man nicht einfach nur so durchlesen. Es kostet starke Nerven und Durchhaltevermögen.