Ein Blick in die Rechtsmedizin, der unter die Haut geht

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
jacky_liest Avatar

Von

„Mit kalter Hand“ bietet erneut spannende Einblicke in die Arbeit der Rechtsmedizin rund um Sabine Yao. Der Fokus liegt weniger auf Hochspannung, sondern auf der realistischen Darstellung von Ermittlungsarbeit, fachlich fundiert und erschreckend nah an wahren Fällen. Besonders das Ende zeigt eindrucksvoll, dass es in der Rechtsmedizin kein Innehalten gibt, die Arbeit geht einfach weiter.

Man begleitet die Rechtsmedizinerin Sabine Yao bei mehreren ungewöhnlichen Fällen: ein vermeintlicher Suizid, ein mysteriöser Unfall ohne Waffe, grausam getötete Pferde und schließlich Leichenteile im Spandauer Forst. Während sich einige Spuren schnell als harmloser entpuppen, bleibt die Frage nach dem Pferderipper lange spannend. Am Ende zeigt sich: Die Täter sind nicht dieselben und genau diese realistische Wendung passt zum nüchternen, authentischen Stil der Reihe. Ich fand die Mischung aus fiktiven Geschichten und wahren Fällen wieder sehr gelungen.
Etwas schade fand ich, dass Yao als Privatperson diesmal kaum beleuchtet wurde. Auch manche Fälle wirkten für mich nicht ganz so packend wie in den Vorgängerbänden, und spannende Ermittlungsansätze wie das „Büchsenlicht“ wurden nicht weitergeführt. Trotzdem überzeugt das Buch durch Authentizität, fundierte Recherche und eine starke Protagonistin.

Ein besonderer Thriller mit anderem Fokus, realistisch, detailreich und empfehlenswert für alle, die echte Einblicke in die Rechtsmedizin schätzen.