Zart, wütend und sehr nah am echten Leben
Die Leseprobe hat mich direkt gepackt, weil sie so ehrlich und ungefiltert ist. Mo ist eine Figur, der man sofort nahekommt: seine Scham, seine Wut, seine Unsicherheit und dieses ständige Gefühl, nicht dazuzugehören, wirken extrem authentisch. Julya Rabinowich schreibt intensiv, manchmal fast schmerzhaft genau, ohne kitschig zu werden. Themen wie Herkunft, Ausgrenzung, Familie und queere Liebe werden nicht erklärt, sondern gelebt. Der Ton ist ernst, stellenweise schwer, aber genau das macht die Geschichte glaubwürdig und stark. Kein leichtes Buch, aber eines, das hängen bleibt und zum Nachdenken zwingt.