Ein Zufallsfund über den ich gerne gestolpert bin.

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sonnenscheinchen92 Avatar

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Geflüchtet aus ihrer Heimat um sich vor dem Krieg zu retten, haben sie in Deutschland wenig Perspektiven. Mo ist gerade von der Schule geflogen und hat Angst wie sein Bruder auch nur daheim rumzusitzen. Durch Zufall bewirbt er sich in einem Friseursalon und kann dort eine Ausbildung beginnen. Hier wächst über sich selbst hinaus, schaut über den Tellerrand seiner Erziehung und Familie und verliebt sich in Moritz.

Das Buch lässt sich schnell und angenehm lesen, die Sprache ist einfach, leicht verspielt und man bleibt während des Lesens nicht an Formulierungen oder Worten hängen. Die Erzählperspektive beschreibt hauptsächlich Mo`s Weg, seine Gefühle und Gedanken.

Wir erfahren von seiner Zerrissenheit gegenüber seiner Familie und Traditionen, der Liebe zu einem Jungen und der Offenheit in diese neuen Land; dem Trauma seiner Heimat & seiner Eltern, wie diese wenig offen sind gegenüber Schwulen, Juden und Frauen und gleichzeitig selbst Rassismus erfahren; von seinem Bruder, der seinen Hass und die unterdrückten Gefühle in Wut und Gewalt ausdrückt; von seiner Schwester, die noch weniger mit dem Leben ihrer Eltern zu tun hat und sich als junge, freie Frau fühlen möchte.

Die Charaktere vereinen so viele Widersprüche, in sich selbst und nach außen. Das Buch zeigt diese innere und auch widersprüchliche Zerrissenheit seiner Familie und von Mo. Gleichzeitig war es schön zu lesen, wie Mo Rückhalt aus seinem beruflichen Umfeld bekommt und wie sich die Gefühle zu Moritz festigen.

Ein gelungenes Buch über junge Liebe in einem Umfeld, dass diese Liebe nicht sehen möchte