Mo²

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missbibliophile Avatar

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Mo & Moritz handelt von zwei Jugendlichen, die aus vollkommen unterschiedlichen Welten stammen, sich durch einen Zufall begegnen, weil ihre Lebensrealitäten kaum Berührungspunkte haben. Sie verlieben sich ineinander, obwohl nahezu alle und alles um sie herum ihrer Liebe im Weg stehen.
Die Prämisse des Romans las sich vielversprechend, aber das Ergebnis fand ich nicht gelungen.
Ich dachte, es sei ein YA-Roman und dementsprechend zwar nicht sehr anspruchsvoll und mit einer eher einfacheren Sprache, aber dass der Schreibstil und der Inhalt so banal sein würde, hätte ich nicht erwartet.
Die Figuren blieben sehr blass und zweidimensional, man erfuhr nicht wirklich, warum sie so handelten wie sie handelten.
Außerdem war die Geschichte sehr klischeehaft: Natürlich musste der muslimische Junge ein Flüchtling aus einem Kriegsgebiet sein und einen fundamentalistischen Bruder und eine sich nach Freiheit sehnende Schwester haben. Die strengen, armen und unterdrückenden Eltern nicht zu vergessen. Und der jüdische Junge musste natürlich eine Mutter haben, deren Großmutter im Holocaust umgekommen ist, worüber aber die ganze Familie schweigt.
Ich finde es inzwischen sehr ermüdend, dass es immer noch Autor*innen gibt, die muslimische und/oder jüdische Protagonisten auf diese Aspekte beschränken. Als ob man keine anderen Geschichten mit ihnen schreiben könnte, ohne gleich die Schablone herauszuholen.
So muss ich sagen, dass die Idee des Buches eine gute war, aber das Potenzial verschwendet wurde.