MoMo
In diesem Roman begegnen sich Mojab und Moritz auf einem Opernball. Die beiden Jungen, einer muslimisch und der andere jüdisch, verlieben sich ineinander. Hat ihre Liebe eine Chance?
Eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen aus unterschiedlichen religiösen Kontexten birgt enormes erzählerisches und gesellschaftliches Potenzial. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf dieses Buch.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich schnell lesen und ist sprachlich gut zugänglich. Auch das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und passt stimmungsvoll zur Thematik.
Der Roman greift viele wichtige Themen auf: Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion und Sexualität, Kriegstraumata, Unterdrückung, Radikalisierung, die Nachwirkungen des Holocausts sowie Fragen über Identität. All das sind gesellschaftlich relevante Aspekte, über die Literatur unbedingt sprechen sollte.
Allerdings liegt hier für mich auch die größte Schwäche des Buches. Es werden sehr viele große Themen angeschnitten, jedoch keines davon wirklich vertieft. Statt emotionaler Tiefe oder differenzierter Auseinandersetzung bleiben viele Konflikte an der Oberfläche. Gerade bei so sensiblen und komplexen Themen hätte ich mir mehr Raum, mehr Hintergrund und mehr Nuancen gewünscht.
Auch die Figuren wirkten auf mich häufig zu klischeehaft. Besonders die Darstellung muslimischer und jüdischer Charaktere erschien stellenweise sehr stark an bekannten (oft negativen) Stereotypen orientiert. Mir ist bewusst, dass es unterdrückende Strukturen, familiäre Konflikte und Radikalisierung tatsächlich gibt, und es ist wichtig, darüber zu schreiben. Doch wenn solche Themen aufgegriffen werden, sollten sie sorgfältig und differenziert ausgearbeitet werden. Hier hatte ich teilweise das Gefühl, dass viele (vor allem negative) Klischees gebündelt und einzelnen Figuren zugeschrieben wurden, anstatt komplexe, vielschichtige Persönlichkeiten zu zeigen.
Leider stand für mich auch die Liebesgeschichte nicht ausreichend im Mittelpunkt. Die Beziehung zwischen Mojab und Moritz hätte das emotionale Herz des Romans sein können, doch sie blieb für mich etwas blass. Ich habe mir gewünscht, stärker mit den beiden mitzufühlen und ihre Verbindung intensiver zu erleben.
Insgesamt ist die Grundidee des Buches sehr stark und gesellschaftlich bedeutsam. Die Umsetzung war für mich zu oberflächlich.
Eine queere Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen aus unterschiedlichen religiösen Kontexten birgt enormes erzählerisches und gesellschaftliches Potenzial. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf dieses Buch.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich schnell lesen und ist sprachlich gut zugänglich. Auch das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und passt stimmungsvoll zur Thematik.
Der Roman greift viele wichtige Themen auf: Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion und Sexualität, Kriegstraumata, Unterdrückung, Radikalisierung, die Nachwirkungen des Holocausts sowie Fragen über Identität. All das sind gesellschaftlich relevante Aspekte, über die Literatur unbedingt sprechen sollte.
Allerdings liegt hier für mich auch die größte Schwäche des Buches. Es werden sehr viele große Themen angeschnitten, jedoch keines davon wirklich vertieft. Statt emotionaler Tiefe oder differenzierter Auseinandersetzung bleiben viele Konflikte an der Oberfläche. Gerade bei so sensiblen und komplexen Themen hätte ich mir mehr Raum, mehr Hintergrund und mehr Nuancen gewünscht.
Auch die Figuren wirkten auf mich häufig zu klischeehaft. Besonders die Darstellung muslimischer und jüdischer Charaktere erschien stellenweise sehr stark an bekannten (oft negativen) Stereotypen orientiert. Mir ist bewusst, dass es unterdrückende Strukturen, familiäre Konflikte und Radikalisierung tatsächlich gibt, und es ist wichtig, darüber zu schreiben. Doch wenn solche Themen aufgegriffen werden, sollten sie sorgfältig und differenziert ausgearbeitet werden. Hier hatte ich teilweise das Gefühl, dass viele (vor allem negative) Klischees gebündelt und einzelnen Figuren zugeschrieben wurden, anstatt komplexe, vielschichtige Persönlichkeiten zu zeigen.
Leider stand für mich auch die Liebesgeschichte nicht ausreichend im Mittelpunkt. Die Beziehung zwischen Mojab und Moritz hätte das emotionale Herz des Romans sein können, doch sie blieb für mich etwas blass. Ich habe mir gewünscht, stärker mit den beiden mitzufühlen und ihre Verbindung intensiver zu erleben.
Insgesamt ist die Grundidee des Buches sehr stark und gesellschaftlich bedeutsam. Die Umsetzung war für mich zu oberflächlich.