Tolles Jugendbuch

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sapere_aude Avatar

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Mo, der Sohn und das mittlere Kind einer Familie von Kriegsflüchtlingen (es wird nicht gesagt, aus welchem Land), die inzwischen in Wien lebt, ist geprägt von den familiären Regeln und nicht nur der räumlichen Enge ihrer Wohnung.
Nach einem Eklat bei einem Elterngespräch fliegt er von der Schule, erhält dann aber die Chance, in einem luxuriösen Friseursalon eine Ausbildung zu machen. Auf diesem Weg erhält er nicht nur eine berufliche Perspektive und persönliche Anerkennung, sondern auch viele Einblicke in eine Welt, die ihm bisher fremd war.
Als der Friseursalon beim Wiener Opernball im Einsatz ist, lernt er Moritz kennen und verliebt sich. Die Hintergründe beider Jugendlicher könnten kaum unterschiedlicher sein, denn Moritz ist Jude. Und trotzdem wird die Liebe zu einer Kraftquelle für beide.
Das Thema der schwulen Liebe zwischen zwei sehr unterschiedlichen Religionskreisen und Familien ist eines, das auch inder deutschen Jugendliteratur eine wichtige Rolle spielen sollte. "Mo & Moritz" gelingt es packend, zugewandt und mit einer großen Portion Hoffnung und Inspiration, dies einzulösen. Das Buch ist bei alldem ein Jugendroman, es passiert viel und krachend, aber die Lektüre lohnt auf jeden Fall.