Vielschichtig und stimmig

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In "Mo & Moritz" tun sich nach und nach eine Reihe jugendlicher, familiärer und gesellschaftlicher Problemfelder auf, die alle glaubhaft beschrieben werden und zu Mos Geschichte passen. Diese knallharte Realität neben dem Glamourumfeld des Friseursalons war ein guter und realistischer Gegensatz. Dazu dann noch die einfühlsam erzählte Liebesgeschichte zwischen Mo und Moritz, die ebenfalls sehr glaubhaft war. Bei der Zeichnung der Charaktere wird mir vor allem Mos Familie in Erinnerung bleiben, die einige Gegensätze beinhaltet, und so das Spannungsfeld, in dem (nicht nur) Migranten (nicht nur) in Westeuropa sich oft befinden, gut und wertfrei beschreibt.
Für mich ein stimmiges Coming-of-Age-Jungendbuch, das viele aktuelle Themen aufgreift und diesen dennoch gerecht wird, ohne für alle Lösungen zu finden.
Das in Wien spielende Buch ist von der der ebenfalls in Wien lebenden Julya Rabinowich mit österreichischem Lokalkolorit geschrieben. Vielleicht stolpern jugendliche deutsche Leser*innen da mehr drüber als ich, aber ich denke, man kommt schon gut zurecht. Sprachlich hat das Buch eine gewisse Leichtigkeit, aber immer mit Niveau.