Wichtige Themen, zaghafte Töne: Mo und Moritz auf der Suche nach Identität
Schon beim ersten Blick überzeugt „Mo und Moritz“ durch sein wunderschön gestaltetes Cover. Die sanften Aquarelltöne und die skizzierten Profile der beiden Jungen fangen die Zerbrechlichkeit und die zaghafte Annäherung der Protagonisten perfekt ein. Es ist ein Buch, das man gerne in die Hand nimmt und das optisch genau den richtigen Ton für eine sensible Coming-of-Age-Geschichte trifft.
Julya Rabinowitsch, bekannt für ihre einfühlsamen Jugendbücher wie „Dazwischen: Ich“, erzählt hier die Geschichte von Mo. Nach einem ungerechtfertigten Schulverweis beginnt der Wiener Junge mit muslimischen Wurzeln eine Lehre in einem Nobel-Friseursalon. Der Kontrast zwischen seinem konservativen Elternhaus und der schillernden Welt des Salons ist packend beschrieben. Als er Moritz kennenlernt, beginnt für Mo eine emotionale Reise, die Mut erfordert: die Entdeckung der eigenen Homosexualität in einem Umfeld, in dem dies ein absolutes Tabu darstellt.
Besonders hervorzuheben ist die Aktualität der Themen. Rabinowitsch greift mutig Identitätssuche, Fremdsein und familiäre Loyalität auf. Der Schreibstil ist direkt, modern und sehr flüssig, wodurch man sofort in Mos Gedankenwelt eintaucht. Für die Zielgruppe von 13- bis 14-Jährigen ist das Buch ein wertvoller Anker: Es zeigt Figuren, die mit ähnlichen Unsicherheiten kämpfen wie viele Jugendliche heute. Die Schilderung, wie Mo versucht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, ist authentisch und geht unter die Haut.
Man merkt dem Roman jedoch an, dass er sehr viel bewegen möchte – vielleicht an manchen Stellen etwas zu viel. Durch die zusätzliche Einbindung von Themen wie Alltagsrassismus und einer Radikalisierungsgeschichte im familiären Umfeld wirkt die Handlung phasenweise thematisch überladen.
Dieses „Zuviel-Wollen“ geht leider auf Kosten der Tiefe in der Kernbeziehung: Die Annäherung zwischen Mo und Moritz bleibt dadurch eher oberflächlich und ist oft von gegenseitigem Misstrauen und Unsicherheit geprägt, statt ein echtes Fundament aus Vertrauen zu entwickeln. Auch wenn manche Szenen – wie das erste Treffen mit Moritz' Eltern – dadurch etwas konstruiert wirken, spiegelt diese Zerrissenheit doch den stressigen Alltag des Protagonisten wider.
„Mo und Moritz“ ist ein wichtiges Buch, das in keiner Schulbibliothek fehlen sollte. Es ist ein idealer Wegweiser für junge Menschen, die sich oft zwischen den Erwartungen anderer und dem eigenen Ich gefangen fühlen. Trotz der thematischen Dichte kann der Roman durch seine Relevanz und die einfühlsame Zeichnung seines Protagonisten bei Jugendlichen durchaus überzeugend wirken. Ein lesenswertes Plädoyer für Toleranz und den Mut, zu sich selbst zu stehen.
Julya Rabinowitsch, bekannt für ihre einfühlsamen Jugendbücher wie „Dazwischen: Ich“, erzählt hier die Geschichte von Mo. Nach einem ungerechtfertigten Schulverweis beginnt der Wiener Junge mit muslimischen Wurzeln eine Lehre in einem Nobel-Friseursalon. Der Kontrast zwischen seinem konservativen Elternhaus und der schillernden Welt des Salons ist packend beschrieben. Als er Moritz kennenlernt, beginnt für Mo eine emotionale Reise, die Mut erfordert: die Entdeckung der eigenen Homosexualität in einem Umfeld, in dem dies ein absolutes Tabu darstellt.
Besonders hervorzuheben ist die Aktualität der Themen. Rabinowitsch greift mutig Identitätssuche, Fremdsein und familiäre Loyalität auf. Der Schreibstil ist direkt, modern und sehr flüssig, wodurch man sofort in Mos Gedankenwelt eintaucht. Für die Zielgruppe von 13- bis 14-Jährigen ist das Buch ein wertvoller Anker: Es zeigt Figuren, die mit ähnlichen Unsicherheiten kämpfen wie viele Jugendliche heute. Die Schilderung, wie Mo versucht, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, ist authentisch und geht unter die Haut.
Man merkt dem Roman jedoch an, dass er sehr viel bewegen möchte – vielleicht an manchen Stellen etwas zu viel. Durch die zusätzliche Einbindung von Themen wie Alltagsrassismus und einer Radikalisierungsgeschichte im familiären Umfeld wirkt die Handlung phasenweise thematisch überladen.
Dieses „Zuviel-Wollen“ geht leider auf Kosten der Tiefe in der Kernbeziehung: Die Annäherung zwischen Mo und Moritz bleibt dadurch eher oberflächlich und ist oft von gegenseitigem Misstrauen und Unsicherheit geprägt, statt ein echtes Fundament aus Vertrauen zu entwickeln. Auch wenn manche Szenen – wie das erste Treffen mit Moritz' Eltern – dadurch etwas konstruiert wirken, spiegelt diese Zerrissenheit doch den stressigen Alltag des Protagonisten wider.
„Mo und Moritz“ ist ein wichtiges Buch, das in keiner Schulbibliothek fehlen sollte. Es ist ein idealer Wegweiser für junge Menschen, die sich oft zwischen den Erwartungen anderer und dem eigenen Ich gefangen fühlen. Trotz der thematischen Dichte kann der Roman durch seine Relevanz und die einfühlsame Zeichnung seines Protagonisten bei Jugendlichen durchaus überzeugend wirken. Ein lesenswertes Plädoyer für Toleranz und den Mut, zu sich selbst zu stehen.