eine Nachdenk-Orgie über Nutzen von technischem Fortschritt für die Zukunft in Vielfalt
Rasant der Fortschritt derzeit durch KI und andere digitale Errungenschaften...die Meisten -von Geburt an fortschrittsgläubig- sind beflügelt, wenn nicht sogar begeistert von neuen technischen Möglichkeiten .. da schallt es aus dem Ulrich-Beck-Think-Tank (s. “Risikogesellschaft “sein Bestseller, Schamber sein Doktorand) ein vielfältiges: VORSICHT!
Der Sozialwissenschaftler und Zukunftsforscher Schamber entwickelt spannende Perspektiven auf den gesellschaftlichen Wandel, die unstillbare Neugier auf die Zukunft. Mit interdisziplinären Betrachtungen (soziologisch wie psychologisch) behandelt das Buch den so oft gelobten technischen Fortschritt und seine Spätfolgen fürs persönliche Glück. Das Buch verspricht keine Gewissheiten, trainiert aber das Bewusstsein und fordert auf, die Zukunft verantwortlich mitzugestalten.
Angesichts von vielen Quellenangaben und zahlreichen Zitaten hat der Leser den Eindruck, der Text entspringt solider Recherche, ist das Ergebnis jahrelangen Forschens, stets geleitet von der Idee, dass Zukunft als Lebenszeitmaß, mit dem Risiko behaftet ist, die geschätzte Vielfalt einzuschränken.
Mit aller „Bescheidenheit“ integriert sich der Autor mit seiner Widmung in den Kreis berühmter Vordenker -von Konfuzius bis Kant- was noch zu beweisen wäre.
Das Inhaltsverzeichnis stimmt auf eine höchst akademische Diskussion ein, da bleibt kein Aspekt als unwichtig gebrandmarkt. So ist es unmöglich das gesamte Gedankenkonvolut an einem Stück zu konsumieren. Schließlich hat die Verfertigung derselben sich auch Jahre hingezogen.
Mein Blick fiel zuerst auf das Kapitel Technologie und Glück, wobei Glück gleich als relativer und unscharfer Begriff entzaubert wird, und den Technologiekonzernen unterstellt wird, dass sie Fortschritt stets als glückbringend verkaufen, mit emotionaler Ansprache ,allein um des Umsatzes willen. De facto will der harmlose Leser doch nur „ohne Druck zufrieden leben“(Quelle 237) in der Risiko behafteten Moderne, die Technik als Erleichterung im Alltag nutzen und nicht zum Quell seines privaten Glückes machen.
Das Äußere des Buch ist für wissenschaftliche Verhältnisse (meist nur gelumbeckte Papierstapel, wenn nicht gleich digital) recht liebevoll gestaltet: richtig gebunden und sogar mit Lesebändchen , klares Schriftbild, allerlei kostentreibende Grafiken anbei(leider ist die Druckerei mit derlei Handwerkskunst gerade geschlossen) wenn auch aufwendig in der Präsentation sind die Kurvendiagramme und Abbildungen wenig ansprechend, kein Blickfang für den überforderten, aber gutwilligen prospektiven Leser.
Um des Käufers Blick einzufangen, bietet das reduzierte Cover nur das Bild eines Auges -scharf (?) in die Zukunft blickend, Pupillen-Stand: erregungslos.
Der recht verschwurbelte Schreibstil mit wissenschaftlichem Hautgout fordert dem Leser, der durch mediale Häppchenwirtschaft verwöhnt ist, einiges an Durchhaltewillen ab .Um der Erkenntnis willen rate ich dran zu bleiben.
Ein Buch, das seinen Platz in der Bibliothek eines wissenschaftlichen Institutes verdient hat und das Rosinen pickende Laien-Leser hier und da zum Nachdenken, manchmal auch zum Widerspruch anregt.
„dieses Buch richtet sich an Menschen, die Fragen stellen, berechtigte Zweifel zulassen und die Zukunft nicht nur konsumieren, sondern mitdenken und mitgestalten wollen“ (p10)
Ich fühle mich durchaus in oben beschriebenen Kreis wohl, allerdings bin ich nach dem Konsum des Textes erschlagen wie nach dem Verzehr einer Pâté de foie gras- beides schwer verdaulich.
Nichtsdestotrotz schärfe ich gerne-selbst auch bisweilen im Rausch des Fortschrittsglaubens- den Blick für unsre Abhängigkeit, für die Gefahr, in der scheinbar befreiten Zukunft nur in ein anderes Korsett von Gesetzmäßigkeiten zu rutschen. Lassen wir uns anregen zum Überdenken von lieb gewordener Routine.
„man kann jeden aufwecken außer er stellt sich schlafend“ so eine passende Sentenz von Christoph Süß (aktuelle Sendung quer im BR)
Der Sozialwissenschaftler und Zukunftsforscher Schamber entwickelt spannende Perspektiven auf den gesellschaftlichen Wandel, die unstillbare Neugier auf die Zukunft. Mit interdisziplinären Betrachtungen (soziologisch wie psychologisch) behandelt das Buch den so oft gelobten technischen Fortschritt und seine Spätfolgen fürs persönliche Glück. Das Buch verspricht keine Gewissheiten, trainiert aber das Bewusstsein und fordert auf, die Zukunft verantwortlich mitzugestalten.
Angesichts von vielen Quellenangaben und zahlreichen Zitaten hat der Leser den Eindruck, der Text entspringt solider Recherche, ist das Ergebnis jahrelangen Forschens, stets geleitet von der Idee, dass Zukunft als Lebenszeitmaß, mit dem Risiko behaftet ist, die geschätzte Vielfalt einzuschränken.
Mit aller „Bescheidenheit“ integriert sich der Autor mit seiner Widmung in den Kreis berühmter Vordenker -von Konfuzius bis Kant- was noch zu beweisen wäre.
Das Inhaltsverzeichnis stimmt auf eine höchst akademische Diskussion ein, da bleibt kein Aspekt als unwichtig gebrandmarkt. So ist es unmöglich das gesamte Gedankenkonvolut an einem Stück zu konsumieren. Schließlich hat die Verfertigung derselben sich auch Jahre hingezogen.
Mein Blick fiel zuerst auf das Kapitel Technologie und Glück, wobei Glück gleich als relativer und unscharfer Begriff entzaubert wird, und den Technologiekonzernen unterstellt wird, dass sie Fortschritt stets als glückbringend verkaufen, mit emotionaler Ansprache ,allein um des Umsatzes willen. De facto will der harmlose Leser doch nur „ohne Druck zufrieden leben“(Quelle 237) in der Risiko behafteten Moderne, die Technik als Erleichterung im Alltag nutzen und nicht zum Quell seines privaten Glückes machen.
Das Äußere des Buch ist für wissenschaftliche Verhältnisse (meist nur gelumbeckte Papierstapel, wenn nicht gleich digital) recht liebevoll gestaltet: richtig gebunden und sogar mit Lesebändchen , klares Schriftbild, allerlei kostentreibende Grafiken anbei(leider ist die Druckerei mit derlei Handwerkskunst gerade geschlossen) wenn auch aufwendig in der Präsentation sind die Kurvendiagramme und Abbildungen wenig ansprechend, kein Blickfang für den überforderten, aber gutwilligen prospektiven Leser.
Um des Käufers Blick einzufangen, bietet das reduzierte Cover nur das Bild eines Auges -scharf (?) in die Zukunft blickend, Pupillen-Stand: erregungslos.
Der recht verschwurbelte Schreibstil mit wissenschaftlichem Hautgout fordert dem Leser, der durch mediale Häppchenwirtschaft verwöhnt ist, einiges an Durchhaltewillen ab .Um der Erkenntnis willen rate ich dran zu bleiben.
Ein Buch, das seinen Platz in der Bibliothek eines wissenschaftlichen Institutes verdient hat und das Rosinen pickende Laien-Leser hier und da zum Nachdenken, manchmal auch zum Widerspruch anregt.
„dieses Buch richtet sich an Menschen, die Fragen stellen, berechtigte Zweifel zulassen und die Zukunft nicht nur konsumieren, sondern mitdenken und mitgestalten wollen“ (p10)
Ich fühle mich durchaus in oben beschriebenen Kreis wohl, allerdings bin ich nach dem Konsum des Textes erschlagen wie nach dem Verzehr einer Pâté de foie gras- beides schwer verdaulich.
Nichtsdestotrotz schärfe ich gerne-selbst auch bisweilen im Rausch des Fortschrittsglaubens- den Blick für unsre Abhängigkeit, für die Gefahr, in der scheinbar befreiten Zukunft nur in ein anderes Korsett von Gesetzmäßigkeiten zu rutschen. Lassen wir uns anregen zum Überdenken von lieb gewordener Routine.
„man kann jeden aufwecken außer er stellt sich schlafend“ so eine passende Sentenz von Christoph Süß (aktuelle Sendung quer im BR)