Atmosphärischer Krimi aus dem Erzgebirge
Ich beginne mal damit, dass ich selbst oft im Erzgebirge war und deshalb Bücher und Filme mit dieser Thematik mich besonders interessieren. Das Buch fällt auf durch sein Cover, dass eine düstere, geheimnisvolle Stimmung erzeugt. Der Einstieg ins Buch mit dem Prolog der Geschichte der Vertreibung der Menschen im 2. Weltkrieg, die auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft ihre Wertgegenstände am Rande des Weges vergraben, berührt einen als Leser. Dann geschieht ein Mord an einem fahrenden Puppenspieler aus Tschechien am Wolkensteiner Schloss. Die ermittelnde Kommissarin hat den Mann bei seinem Auftritt am Wochenende gesehen. Sie nimmt die Ermittlungen auf, die sie jenseits der Grenze in ein verschwiegenes Dorf und auch nach Prag führen. Dabei stellt sie fest, dass vor dem Mord an dem Puppenspieler noch die Gebeine eines vor 30 Jahren vermissten Mannes gefunden wurden. Auch dieser wurde ermordet. Es versprach, ein spannender Krimi zu werden. Die handelnden Personen sind sympathisch beschrieben. Der Schreibstil ist gut zu lesen, nur es treten durchaus Längen auf, in denen Stimmungen, Alltägliches, Befindlichkeiten, Vergangenes usw. sowohl bei Personen als auch in der Natur für meinen Geschmack etwas zu ausführlich beschrieben werden. Das lenkt vom eigentlichen Kriminalfall sehr ab und senkt den Spannungsbogen. Die erwähnten Sagen aus dieser Gegend werden auch noch Teil der Handlung, was mir etwas zu sehr ins Mystische abglitt. Der Schluss ist nicht unbedingt schlüssig und wird vielleicht in einer weiteren Folge erörtert. Alles in allem hat mir das Buch gefallen, weniger als Krimi aber als Lokalkolorit des Erzgebirges, seiner Geschichten und Menschen. Wer einen Thriller lesen möchte, ist hier sicher nicht zufrieden, jedoch für eine gemütliche Lektüre im Urlaub oder auf der Couch bei einem Glas Tee ist das Buch zu empfehlen.