Konnte mich nicht überzeugen.

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piatra Avatar

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Das Cover ist ein echter Hingucker. Der Prolog nimmt einen gleich gefangen, ist spannend und atmosphärisch. Leider kann der Rest der Geschichte da nicht mithalten. Kommissarin Annalena Krest wird mit dem Knochenfund eines lange Vermissten und dem gewaltsamen Tod eines Puppenspielers konfrontiert. Da ihr Kollege Lorenz gerade eine Auszeit nimmt, muss sie die Ermittlungen führen. Der Krimi ist im Erzgebirge verortet, an der Grenze zu Tschechien. Sicherlich eine mystische Gegend mit vielen Sagengestalten und Legenden, die auch immer wieder zitiert werden. Leider verliert sich die Autorin immer wieder in Beschreibungen der Umgebung, die für mich oft deutlich zu detailliert sind („Rechter Hand passierte sie in diesem Moment das Annaberger Krankenhaus, dann links den Fastfood-Imbiss und die Tankstelle bis zur Kreuzung nach Wiesenbad.“) Wir nehmen teil an Annalenas Gedanken, die sich sehr oft darum drehen, wie wohl ihr Kollege in dieser Situation regieren würde. Jedoch bleiben sämtliche Protagonisten sehr blass, es fehlt an wirklicher Tiefe. Darunter leidet natürlich auch die Spannung. Es gibt keinen großen Spannungsbogen, die Ermittlungen laufen so vor sich hin. Erst gegen Ende wird es etwas aufregender. Auch der Sprachstil hat mir zu schaffen gemacht. Er wirkt altmodisch und kann mich nicht mitnehmen. Unnötige Wiederholungen und zu viel Alltäglichkeiten stoppen den Lesefluss weiter. Ich denke, aus dem Thema hätte man mehr machen können.