Das Moor schweigt nicht und ich liebe es

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schnukilein1904 Avatar

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Was für ein Auftakt! Andreas Winkelmann schafft es wieder einmal, mich komplett in seine düstere Welt hineinzuziehen. Ich liebe seine Romane – sie sind wie ein kalter Schauer auf nackter Haut: detailreich, beklemmend und mitreißend. Auch „Moorland – Die Zwillinge“, der Auftakt seiner neuen Thriller-Serie, macht da keine Ausnahme. Schon die ersten Seiten erzeugen Bilder, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Gänsehaut pur.

Der Einstieg in die Geschichte ist dramatisch, geheimnisvoll, voller Atmosphäre: Nebel, ein Schrei, ein Unfall – und das Moor als bedrohliche Kulisse, die atmet, schweigt und verschluckt. Die Handlung ist sofort da, ohne Umwege. Man ist mitten drin, spürt die Kälte, das nasse Moor, das sich wie ein hungriges Tier verhält.

Ich mag die Figuren – sie sind greifbar, fehlerhaft, menschlich. Besonders Ruth Sichler hat es mir angetan. Eine Frau mit Geschichte, mit Haltung, mit Ecken. Ihr Zusammenspiel mit der Polizei, die persönlichen Verflechtungen – das alles bringt Tiefe, ohne den Spannungsbogen aus den Augen zu verlieren.

Typisch Winkelmann: Er jongliert mit mehreren Perspektiven, wechselt zwischen Ermittlern, Betroffenen und dem Täter. Und jedes Mal sitzt man wie gebannt vor der Seite, weil man weiß – gleich passiert etwas. Es ist diese unterschwellige Gefahr, die zwischen den Zeilen lauert. Dieses unheimliche „Da stimmt was nicht“ – das packt mich jedes Mal aufs Neue.

Ich bin jetzt schon süchtig nach der Serie. Wer Thriller liebt, die direkt unter die Haut gehen und das Kopfkino anwerfen, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Ich brauche jetzt unbedingt mehr – denn das Moor hat noch nicht alles erzählt.