Düster, zum Greifen nah und unheimlich spannend

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rockchickdeluxe Avatar

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Bildgewaltig entrollt Andreas Winkelmann ein düsteres Setting. Der Nebel verdichtet sich über dem Moor, verschluckt die Geräusche, tränkt die Luft mit Feuchtigkeit. Orientierung schwindet. Es tropft und schmatzt, war das ein Tier? Oder ein Mensch? Ob heute oder damals, das Moor hütet seine Geheimnisse.

Die Zwillinge Jana und Nike verschwinden im Moor. Auf TikTok tauchen dramatische Bilder auf, die Zeit drängt. Kaum hat die Kommissarin Malia Gold in Moorbach ihren Dienst angetreten, stürzt sie sich in die Ermittlungen, die Zeit drängt. Auch für sie ist das Moor ein vertrauter Gefährte, denn dies ist ihr Heimatort.
Malia taucht ein in die sumpfige Tiefe aus Geheimnissen, Lügen, Verdächtigungen und norddeutscher Reduktion der Sätze auf die Essenz.

Andreas Winkelmann gelingt ein erzählerisches Meisterstück. Moorland ist ein unglaublich spannender, schlüssiger und gekonnt komponierter Thriller mit intensiven Charakteren. Das Moor ist so lebendig und präsent, dass es eine eigene Rolle übernimmt. Es entscheidet selbst, welche Geheimnisse es enthüllt und was auf ewig ein Rätsel bleibt. Es hat eine Vergangenheit und verändert wie die Menschen sein Gesicht.

Die Geschichte verdichtet sich, nimmt Fahrt auf, die verschiedenen Erzählperspektiven verknüpfen die Handlung zu einem rätselhaften Kaleidoskop.

Andreas Winkelmann ist ein Meister der Spannungsliteratur, doch in Moorland zeigt er, dass er sein schriftstellerisches Können auch noch eine weitere Ebene hat. Mystisch, düster, geheimnisvoll, zum Anfassen steigt der winterliche Nebeldunst empor. Die Figuren erhalten Raum, um sich zu entwickeln und um mit ihren menschlichen Eigenschaften die Handlung zu lenken.

Ein absolut gelungener Reihenauftakt, wie schön, dass die Figuren weitererzählt werden, sie haben es verdient!