Düsterer Auftakt

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chrischid Avatar

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Die Zwillinge Nike und Jana suchen immer wieder nach neuem Content für ihren TikTok-Kanal. Doch von einem ihrer Ausflüge ins Moor kehren sie nicht zurück. Das gesamte Dorf ist in heller Aufregung und bildet sogleich Suchtrupps. Als die neue Kommissarin Malia Gold die Ermittlungen übertragen bekommt, ahnt sie schon bald, dass der Fall verzwickter wird als angenommen. Denn sie kennt das Moor – sehr gut sogar.

Andreas Winkelmann schickt in diesem Auftaktband eine Hauptprotagonistin ins Rennen, die sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit zugleich ihrer Vergangenheit stellt. Entsprechend entwickeln sich zwei Handlungsstränge, die aber regelmäßige Berührungspunkte aufweisen und somit häufig nahtlos ineinander übergehen. Der persönliche Aspekt ist insofern relevant und interessant, als dass das Agieren der Figur nachvollziehbarer wird, je mehr man über sie erfährt.

Die düstere Stimmung beherrscht nicht nur das Geschehen, sondern überträgt sich auch auf den Leser. Hinter jeder Ecke erwartet man eine unliebsame Überraschung, die Unruhe spitzt sich mit jeder weiteren Szene zu. Zumal die Ermittlungen lange Zeit scheinbar in Sackgassen enden und nochmal alles neu gedacht werden muss. Geschickt legt der Autor immer wieder Köder aus, die die Protagonisten auf eine falsche Fährte locken. Als Leser ist man hier deutlich skeptischer und hinterfragt die offensichtlichen Finten.

In diesem ersten Band stecken unglaublich viele Emotionen und unterschiedliche Thematiken, die auf Grund des begrenzten Rahmens nicht in Gänze ausgearbeitet werden können. Aber vielleicht findet sich ja der ein oder andere Faden im weiteren Verlauf der Reihe wieder.