Ein atmosphärischer Thriller

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rosenfreund Avatar

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Nach der Lektüre der beiden Cosy Crimes habe ich den neuen Thriller von Andreas Winkelmann mit Spannung erwartet.
Sofort sticht einem das sehr auffällige Cover in schreiendem Grün ins Auge, und die geheimnisvolle, düstere Moorlandschaft lässt einen erschaudern. In dem dunklen Farbschnitt wiederholt sich der Titel und die Landschaftspräsentation. Toll!
Inhaltlich ist alles in diese atmosphärische Gegend eingebettet. Wer sich dort nicht auskennt, kann leicht darin umkommen!
Es passieren schreckliche Dinge: In einer undurchdringlichen Nebelnacht wird der Radfahrer Toma angefahren. Der Verursacher läßt ihn schwerverletzt liegen und haut ab.
Dann verschwinden die eineiigen Zwillinge Jana und Nike im Moor, nachdem sie dort Fotos für ihren Social Media Kanal machen wollten. Nach einiger Zeit taucht Nike wieder auf, hat jedoch jegliche Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse verloren. Welche Rolle spielt Pastor Haberloh, ein fanatischer Freikirchler, der seine Gemeinde, zu der auch die Zwillinge gehören, mit psychischer “Folter“ unter Druck setzt für seine Glaubenslehren. Dann tauchen erschreckende Bilder auf dem Tik-Tok – Kanal der Mädchen auf. Sie sind nicht so sittsam, wie es zuerst den Anschein erweckt. Wer ist La Flos? Zunächst Verdächtige kommen zu Tode, darunter auch ein Lehrer der Mädchen.
Die Hauptkommissarin, Malia Gold, ist nach einem Twist mit ihrer rechthaberischen Mutter nach 15 Jahren erst gerade in ihre Heimatgegend zurück gekehrt und wird gleich mit dem Fall betraut. Sie stößt auf eine Gemeinde mit Geheimnissen, so weiß sie auch nichts über das Verschwinden ihres Vaters. Das sagenumwobene und gefährliche Moor birgt nämlich viele Schauergeschichten, und so sinkt Malia immer tiefer in den Sumpf aus Lügen.
Wir haben hier eine sehr gelungene Mischung aus Privatleben der Kommissarin und mitreißendem und nervenaufreibendem Thriller. Die Ermittlerin und ihre Familie sind sehr authentisch beschrieben, ebenso wie das eiskalte, unwegsame Setting. Die Lesefreude wird durch die klare Sprache und die kurzen Kapitel mit Perspektivwechsel gefördert. An jedem Kapitelende gibt es gewisse Cliffhanger zur Motivationssteigerung. Der Autor baut von Anfang an Spannung auf, die bis zum Schluss anhält. Die Auflösung erscheint einem immer wieder nah zu sein, jedoch ist das Ende völlig unvorhersehbar.
Es sind noch genügend Fragen zu klären, die für den Folgeband der Serie aufgespart wurden. Ich erwarte bereits mit Vorfreude einen ebenso spannenden Thriller der Güteklasse.