Fremde Welt

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violettera Avatar

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Wunderschön, friedlich und einsam ist die Welt auf dem schlicht gestalteten Cover, üppig grünes Land vor einem Felsengebirge, darüber ein weiter blauer Himmel, dazu der verlockende Titel Moosland, man denkt an weichen grünen Boden.
Die Geschichte beginnt auf einem kleinen Boot, kurz vor der Ankunft einer jungen Frau in der Fremde, die so ganz anders ist als alles, was sie kennt, unvorstellbar fremd. Auf dem Boot sind anfangs zwei junge Frauen, aber Gerda wird zuvor an Land gebracht, die Erzählerin erst etwas später. Wir kennen ihren Namen nicht, die Geschichte ist in der dritten Person Präsens erzählt, also heißt sie einfach „sie“. Auch ihre Herkunft, ihr Alter, den Grund für die Überfahrt, all das kennen wir nicht. Klar ist nur, dass sie sehr arm ist, denn sie hat kaum Gepäck, und dass sie die Reise offenbar freiwillig macht. Am Strand wird sie von einem Mann erwartet, es folgt ein Fußmarsch über Berge bis zu einem Bauernhof, der einsam auf einer grünen Ebene liegt. Keine Straße, kein Weg führt hin. Sie wird wohl als Arbeitskraft erwartet von einer Bauernfamilie, Bauer und Bäuerin, zwei erwachsene Söhne, der Knecht hat sie hergebracht. Sie versteht die Sprache nicht, mag das fremde Essen nicht, besonders den Fisch. Sie bekommt eine eigene kleine Kammer, einen Krug zum Waschen, einen Nachttopf für das Plumpsklo auf dem Hof. Sie ist todmüde, aber sie hat Albträume, kann danach nicht mehr einschlafen. Die Nacht ist hell, es wird nicht dunkel, sie geht hinaus.
Die Stimmung ist so seltsam wie diese Reise in die Fremde, aber die Schilderungen sind sehr lebendig, gehen unter die Haut. Wie mag es der Protagonistin ergehen, unter Fremden fernab der Heimat, wie kann sie das aushalten, was erwartet sie dort?