Mitten in einer fremden Welt: fremd, unwohl, gefesselt

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mrs.may.reads Avatar

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Das Cover wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, doch seine warmen, natürlichen Farben passen anfangs garnicht zu der Geschichte. Die Anreise und das erste Kennenlernen der Bauernfamilie sind eher gedämpft, fast düster, und erzeugen ein mulmiges, spannungsvolles Gefühl. Man taucht in eine Welt ein, die man so nicht kennt, und spürt von Anfang an die Intensität der Geschichte und wird in einen Sog gezogen.

Besonders beeindruckend fand ich, wie stark die Leseprobe das Gefühl des Fremdseins einfängt: Als Neuling in einer unbekannten Gruppe ist man zurückhaltend, schüchtern, tastet sich vorsichtig vor – und genau dieses Gefühl wird hier perfekt vermittelt. Der Fluchtversuch mitten in der Nacht ist nachvollziehbar, die ausweglose Situation spürbar – auf eine Art, die zugleich spannend und fast grausam ist.

Die Natur- und Hausbeschreibungen des alten Bauernhauses sind fabelhaft gelungen. Ich konnte mir alles sofort bildhaft vorstellen und freue mich jetzt schon auf weitere Einblicke in diese besondere und faszinierende Welt.