Zwischen Zeitgeschichte und eigenen Island-Erfahrungen

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dd823 Avatar

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Ich habe mehrere Jahre in Island gelebt und kenne die Geschichten der deutschen Frauen, die nach dem Krieg als Arbeitskräfte auf die Insel kamen, nicht nur aus Erzählungen, sondern auch aus Zeitzeugenberichten. Dieses Kapitel der isländisch-deutschen Geschichte hat mich schon lange fasziniert, gerade weil es einerseits von großer Not und Perspektivlosigkeit, andererseits aber auch von Aufbruch, Hoffnung und neuen Lebenswegen geprägt ist. Deshalb spricht mich „Moosland“ inhaltlich sofort an: Die Mischung aus historischer Realität, isländischer Landschaft und einer sehr persönlichen, fiktiven Geschichte berührt genau das, was mich an Literatur besonders interessiert.

Besonders gespannt bin ich darauf, wie Katrin Zipse Elsa zeichnet – eine junge Frau, die trauert, in einem fremden Land ohne Sprache ankommt und sich ihren Platz in einem bäuerlichen Alltag erarbeiten muss. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie prägend es ist, in Island eine neue Sprache zu lernen und sich in eine enge Dorfgemeinschaft einzufügen, und ich freue mich darauf zu sehen, wie diese Themen literarisch umgesetzt werden. Auch die angedeuteten Spannungen auf dem Hof, die Erwartungen an die jungen Frauen und das Geheimnis um die verschwundene Tochter empfinde ich als sehr vielversprechend.