Außergewöhnliche Erzählung

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jess Avatar

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Katrin Zipse erzählt in Moosland die Geschichte einer jungen Frau , Elsa, die im Zuge des zweiten Weltkrieges alle ihr nahestehenden Menschen verloren hat, insbesondere ihre Vertraute Sola.
Auf der Suche nach Solas Tante trifft sie auf Gerda, doch verliert ihre Hoffnung und ihre Sprache. Also geht sie mit ihr fort, sie folgt einem Aufruf aus Island, verlässt Deutschland und wird ein Jahr auf einem isländischen Hof verbringen.
In der Geschichte begleiten wir Elsa während ihrer ersten Monate auf dem Hof. Das Ankommen dort wird begleitet von Erinnerungen an ihre letzte Zeit mit Sola und während man anfangs nur erahnt, was sich getragen haben könnte, lichtet sich der Schleier um Sola zeitgleich mit dem der abwesenden Bauerstochter.

Die Autorin findet einen zärtlichen Ton, um die Geschehnisse auf dem Hof zu erzählen. Während einerseits nur das tägliche Leben ohne großer Vorkommnisse berichtet wird, geschieht im Ungesagten umso mehr.
Wie ausdrucksstark dieser Roman ist, ohne, dass viel gesagt wird, ist ein ungewöhnlicher und wunderbarer Schreibstil. Es gibt kaum Dialoge, zumindest keine, denen wir inhaltlich folgen können, doch die zwischenmenschlichen Beziehungen und kleinen Beobachtungen von Elsa, lassen die Lesenden schrittweise Zusammenhänge verstehen, so dass Szenen zu Beginn am Ende nochmal neu verstanden werden.
Es geht um Traumata, um unausgesprochene Erwartungen und Enttäuschungen verschiedenster zwischenmenschlicher/familiärer Beziehungen, ebenso wie um Trauer, Verlust und den Kampf zurück ins Leben.
Hinzukommt die Bildsprache, mit welchen K. Zipse die isländische Landschaft und deren Wetterphänomene beschreibt.

Alles in alle ein wunderbares Buch, das sich zu Lesen lohnt.