Das fremde Island

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eliza2010 Avatar

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Katrin Zipse hat einen sehr beeindruckenden Roman über eine Frau geschrieben, die erst wieder zu sich selbst finden muss, um dann in einem fernen Land in die Zukunft blicken zu können. Mir war bis dato unbekannt, dass es Ende der 1940er-Jahre ein Programm für junge deutsche Frauen gab, auf isländischen Bauernhöfen zu arbeiten. Island, ein karges, einsames und klimatisch völlig anderes Land als Deutschland. Die landschaftlichen Beschreibungen sind präzise und kraftvoll und lassen vor dem inneren Auge ein sehr detailliertes Bild entstehen.

Mit Elsa wurde ich allerdings erst im Laufe der Geschichte warm. Anfangs blieb sie mir fremd und ich konnte mit dieser Frau, die nicht sprechen wollte oder konnte, zunächst wenig anfangen. Dennoch entwickelte der Roman bereits ab der ersten Seite eine ungeheure Sogwirkung, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Im gesamten Roman findet sich nur wenig wörtliche Rede, was das Lesen stellenweise etwas zäh macht. Auch die eher unpersönlichen Bezeichnungen wie „Bauer“ und „Frau“ waren für mich zunächst gewöhnungsbedürftig. Dadurch hatte ich teilweise das Gefühl, die Figuren nicht richtig greifen zu können. Natürlich sind die isländischen Namen und Ausdrücke nicht immer leicht zugänglich, doch genau das verleiht dem Roman auch seine besondere Authentizität.

Man lernt viel über Island, die Menschen dort und insbesondere über die Arbeit auf einem Hof in der Einöde dieses karg besiedelten Landes. Ein Roman, der vor allem durch seine kraftvolle Sprache und die bildhaften Beschreibungen lebt.