Fremd in Island

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"Moosland" greift die Historie auf, als Ende der 1940er deutsche Frauen nach Island gingen, um dort auf den Bauernhöfen auszuhelfen. In der Geschichte geht es um Elsa, die etwas tragisches erlebt hat und seitdem nicht mehr spricht. Sie kommt nach island auf einen Bauernhof, der sehr einsam liegt und über ihren dortigen Alltag wird berichtet.

Die Autorin schafft es wirklich gut die Atmossphäre von Island einzufangen, von der Einsamkeit, der Weite, aber eben auch dem Gefühl von Freiheit und der grandiosen Natur dort. Ich empfand es auch als sehr autenthisch, wie sie Elsas Leben dort beschrieben hat. Allerdings blieben die Figuren für mich ein wenig blass. So brauchte ich lange bis ich die Brüder und den Knecht mit ihren Namen auseinander halten konnte. Die Familiengeschichte der Bauernfamilie und ihre Probleme waren wirklich sehr interessant. Und die Auflösung um die verschwundene Schwester am Ende war jetzt nicht der große Knüller, aber trotzdem überraschend.

Schade fand ich, dass Elsas Geschichte nicht vertieft wurde. Die Beziehung zu Sola und deren Schicksal wird immer nur angetriggert, aber eben nie zu Ende geführt.

Dennoch fand ich das Buch gut, weil es mich sofort wieder nach Island transportiert hat und ich den historischen Hintergrund sehr interessant fand. Die zudem kurzen Kapitel und der flüssige Schreibstil haben das lesen auch gut unterstützt.

Mein Fazit: Ein guter Historienroman aus einem Land, von dem man nur selten etwas liest.