Fremd in Island

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schulkind Avatar

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"Was für ein hübsches, kleines Buch!", das war mein erster Gedanke zu diesem Roman. Blauer Himmel, grüne Wiesen und von der Sonne in Licht getauchte Berge. Wunderschön. Das Lesen der ersten Seiten gestaltete sich dann eher sperrig. Kurze Sätze, die eher beschreiben als erklären. Man wird sofort in eine Erzählung hineingeworfen, die mit den beiden jungen Frauen Gerda und Elsa auf ihrem Weg nach Island, vier Jahre nach dem 2. Weltkrieg, beginnt. Sie fahren einer einjährigen Ungewissheit entgegen und haben ihre eigenen "Kriegswunden" mitgenommen. Beide landen auf einsamen und sehr einfachen Bauernhöfen, um dort die Familien mit ihrer Arbeitskraft zu unterstützen. Beide Frauen sprechen kein Wort Isländisch und gehen damit ganz unterschiedlich um. Während Gerda sich sehr um Integration bemüht und rasch die neue Sprache lernt, sieht es bei Elsa ganz anders aus. Sie erfährt Familiengeheimnisse ihrer Bauern und wird zugleich auch Teil davon. Sehr eindrücklich wird ihr Jahr in Island von der Autorin nachgezeichnet. Das für mich sprachlich spröde Buch passt hervorragend zur Natur Islands. Ein wunderbares Leseerlebnis!