Grandios

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
das_fräulein Avatar

Von


Katrin Zipse
Moosland

Sommer 1949. Zusammen mit knapp 300 anderen jungen Frauen aus Deutschland kommt Elsa in Island an. Gefolgt sind sie alle einem Aufruf der isländischen Bauernpartei, die junge Frauen sucht, die auf den Höfen arbeiten und bestenfalls auch bleiben möchten.

So auch Elsa. Doch spürt sie keine freudige Aufregung oder gar Neugier. Still erwartet sie die Dinge, die da auf sie zukommen. Still versucht sie sich dem Leben auf dem Hof, der Familie anzupassen. Still, denn Elsa spricht nicht mehr. Sie ist nicht stumm, ihr fehlen nur die Worte. Zu viel ist geschehen in diesem schier endlosen Krieg, zu viel hat sie verloren, so auch ihre Worte. Aber Elsa fühlt. Sie nimmt dieses neue, scheinbar karge Land intensiv wahr.

„Alles hier ist fremd: die Wände, die Möbel und wie sich die Matratze anfühlt. Die Stille, das Licht und der Wind. Die Luft.“

Nimmt es auf und lässt sich ganz langsam auch darauf ein. Auf Die Familie: den Bauern, die Bäuerin, die beiden Söhne und den Knecht. Auf das Leben mit den Jahreszeiten, auf die Tiere, die Natur - auf Island. Langsam kommen auch die Worte wieder, isländische nun, und mit den Worten kommt auch langsam das Schöne in Elsas Leben zurück. Ein Stück Hoffnung.

Wow, eine bewegende, beeindruckende Geschichte. So ruhig, so tiefgründig, so wunderbar.

Von mir eine ganz, ganz große Leseempfehlung!