Hilfskräfte
Katrin Zipse befasst sich in dem Buch Moosland mit historisch belegten Ereignissen, die sich nach dem 2. Weltkrieg zugetragen haben. Die isländische Bauernpartei hat einen Aufruf gestartet, um junge Arbeitskräfte und Heiratskandidatinnen für isländische Bauern zu bekommen. Die einheimischen Frauen sind zahlreich ausgewandert oder den Soldaten nach Amerika gefolgt. Unter ihnen ist Elsa, die kein Wort Isländisch spricht und sehr um ihre Freundin Sola trauert. Die Geschichte beschreibt, wie sie sich im neuen Land, unter fremden Menschen und einer ganz anderen Lebensweise, wie sie es gewohnt war, zurechtfinden muss. Erzählt wird komplett aus der Sicht von Elsa. Daher empfand ich eine gewisse Distanz zur Geschichte, weil so keine Dialoge zustande kamen. Außerdem wird immer von der Frau und dem Bauer gesprochen. Hier werden keine Namen genannt, obwohl es die Arbeitgeber von Elsa sind. Die Hörbuchsprecherin trägt die Geschichte eher melancholisch und sachlich vor. Ich fand es aber sehr interessant, wie sich Elsa unter den erschwerten Bedingungen entwickelt hat. Man kann mitverfolgen, wie sie sich zuerst gegen alles sperrt und dann aber Stück für Stück immer offener wird. Die Autorin hat gut die Lebensweise in Island eingefangen. Sie beschreibt, was es heißt, in diesem kargen Land zu arbeiten, dem Wetter zu trotzen und sich mit der Mentalität der Menschen zu beschäftigen. Mir hat der Einblick in das Leben sehr gefallen. Eine lesenswerte Geschichte!