Interessanter Einblick in ein mir bisher unbekanntes Kapitel
Ende der 1940er Jahre kommt eine junge Frau aus Deutschland in Island an. Sie wird dort für ein Jahr auf einem Bauernhof leben und die Bauernfamilie bei der Arbeit auf dem Hof unterstützen. Nach dem zweiten Weltkrieg gibt es in Deutschland nicht viel, wofür es sich zu bleiben lohnt. In Island fehlen junge Frauen, die mit den Amerikanern zurück in die USA gegangen sind. Und so entsteht ein ungewöhnliches Arrangement, das unsere Protagonistin auf einen Hof mitten im Nichts führt. Dort lebt sie von nun an mit der Bäuerin, dem Bauer, den beiden Söhnen und dem Knecht der Familie unter einem Dach und unterstütz bei allem, was so anfällt. Sie wäscht die Wäsche, kocht Mahlzeiten, melkt die Kühe und putzt das Wohnhaus. Doch bei all dem steht ihr eine Sache im Weg: Sie kann sich nicht mit der Bauernfamilie verständigen. Das liegt nicht nur daran, dass sie kein Isländisch kann, sondern auch an einem verstörenden Erlebnis in den Nachwehen des zweiten Weltkriegs, das sie zum Schweigen gebracht hat. Nur in sehr kleinen Schritten nähert sie sich ihrem neuen Zuhause an und beginnt, eine Beziehung zu diesem neuen Ort und diesem neuen Leben aufzubauen. Dabei spielen auch die anderen Menschen, die auf dem Hof leben, eine große Rolle. Und jene, die dort nicht mehr sind - denn durch Zufall erfährt sie, dass es auch eine Schwester gibt, über die niemand spricht.
"Moosland" von Katrin Zipse ist ein wirklich schönes Buch. Es hat mich berührt, gerade weil es mit wenigen Worten auskommt, und wir der Protagonistin trotzdem so nahe kommen. Die Einfachheit des Lebens, dass sie und die Bauernfamilie führt, hat mich beeindruckt und bewegt. Ich habe es genossen, mich gemeinsam mit ihr an das Leben in Island zu gewöhnen und immer mehr dazu zu lernen über diesen fremden Ort, der doch so eine besondere Beziehung zu Deutschland hat.
Zwei Dinge sind mir jedoch aufgefallen, die mir nicht so gut gefallen haben. Der Name der Protagonistin wird im gesamten Buch nicht genannt - sie bleibt namenlos, was auch gut mit der Tatsache harmoniert, dass sie gerne für sich bleibt und nicht spricht. Im Klappentext wird ihre Name jedoch genannt, sodass der Effekt leider verpufft.
Außerdem gibt es eine Stelle im Buch, da wird der Protagonistin klar, dass einige der Schafe, die die Familie aus den Bergen ins Tal geholt hat, geschlachtet werden. Sie ist schockiert und läuft davon. Und das, nachdem sie bereits über Monate hinweg von deren Fleisch gegessen und Produkte aus Schafsmilch konsumiert und zubereitet hat. Ich kann verstehen, dass es uns heutzutage manchmal schwerfällt, uns den Ursprung unserer Lebensmittel bewusst zu machen. Doch in den 1950er Jahren war der Bezug zu Lebensmitteln ein anderer, egal ob in Island oder in Deutschland. Daher kann ich ihre Überraschung nicht nachvollziehen, als ihr klar wird, dass Milch und Fleisch tatsächlich - wer hätte das gedacht - von den Tieren stammen.
Abgesehen von diesen zwei Aspekten hat mir "Moosland" wirklich sehr gut gefallen und ich habe die Geschichte als sehr bereichernd empfunden. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!
"Moosland" von Katrin Zipse ist ein wirklich schönes Buch. Es hat mich berührt, gerade weil es mit wenigen Worten auskommt, und wir der Protagonistin trotzdem so nahe kommen. Die Einfachheit des Lebens, dass sie und die Bauernfamilie führt, hat mich beeindruckt und bewegt. Ich habe es genossen, mich gemeinsam mit ihr an das Leben in Island zu gewöhnen und immer mehr dazu zu lernen über diesen fremden Ort, der doch so eine besondere Beziehung zu Deutschland hat.
Zwei Dinge sind mir jedoch aufgefallen, die mir nicht so gut gefallen haben. Der Name der Protagonistin wird im gesamten Buch nicht genannt - sie bleibt namenlos, was auch gut mit der Tatsache harmoniert, dass sie gerne für sich bleibt und nicht spricht. Im Klappentext wird ihre Name jedoch genannt, sodass der Effekt leider verpufft.
Außerdem gibt es eine Stelle im Buch, da wird der Protagonistin klar, dass einige der Schafe, die die Familie aus den Bergen ins Tal geholt hat, geschlachtet werden. Sie ist schockiert und läuft davon. Und das, nachdem sie bereits über Monate hinweg von deren Fleisch gegessen und Produkte aus Schafsmilch konsumiert und zubereitet hat. Ich kann verstehen, dass es uns heutzutage manchmal schwerfällt, uns den Ursprung unserer Lebensmittel bewusst zu machen. Doch in den 1950er Jahren war der Bezug zu Lebensmitteln ein anderer, egal ob in Island oder in Deutschland. Daher kann ich ihre Überraschung nicht nachvollziehen, als ihr klar wird, dass Milch und Fleisch tatsächlich - wer hätte das gedacht - von den Tieren stammen.
Abgesehen von diesen zwei Aspekten hat mir "Moosland" wirklich sehr gut gefallen und ich habe die Geschichte als sehr bereichernd empfunden. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!