Karges Land

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waldfee1112 Avatar

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Die Farben des Buchcovers wirken sind gut gewählt, sie drücken viel Natur und einsame Landschaften aus. Dazu passt der Titel Moosland sehr gut. Die Autorin hat ein historisches Ereignis aufgegriffen, von dem ich noch nie gehört hatte. Im Jahr 1949 wurden vom isländischen Bauernverband junge deutsche Frauen angeworben nach Island zu kommen, da dort durch Auswanderung ein Mangel an jungen Frauen herrschte. Tatsächlich folgten etwa 300 deutsche Frauen dem Aufruf. Zwei von ihnen sind Elsa und Gerda. Schon auf dem letzten Teil ihrer Reise, die Überfahrt mit einem Boot zu ihren "Gastgebern" spürt man in der Erzählung die Kälte, die auf der Insel herrscht. Dazu passt das Schweigen von Elsa, der Hauptprotagonistin des Buches. Bei der Bauernfamilie, wo sie unterkommt ist alles sehr einfach. Ihr Zimmer, die Ausstattung des Hauses, das Essen, die Gespräche - alles ist karg und es fehlt Wärme, das bringt die Autorin sehr gut rüber. Sie schreibt kurz und knapp, man erfährt relativ wenig, z.B. über die Vergangenheit von Elsa und die Geschichte der Familie. Erst nach und nach versteht man manches. Trotzdem hat mich das Buch gefesselt und bildlich konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. Die Geschichte entwickelte sich, so dass eine Spannung da war und ich neugierig war, wie alles mit Else und ihren Beziehungen zu den einzelnen Familienmitgliedern weiter ging.
Wider anfängliches Erwarten hat mich das Buch angesprochen und nachhaltig beschäftigt.