Melancholisch und atmosphärisch - ein Frauenschicksal auf Island um 1949
Buchinhalt:
Im Jahr 1949 folgt Elsa wie zahlreiche andere deutsche Frauen einem Aufruf der isländischen Bauernpartei, in Island als Landarbeiterin auf einem Bauernhof zu arbeiten. Auf dem abgelegenen Hof mitten im Nirgendwo versucht sie, die Dämonen der Vergangenheit zu vergessen und neu anzufangen – doch sie versteht die Sprache nicht und kann sich mit der Bauernfamilie kaum verständigen. Wird sie es schaffen, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und den Neuanfang zu wagen? Denn nicht nur Elsa hat Träume.....
Persönlicher Eindruck:
In ihrem atmosphärischen und sehr melancholischen Roman Moosland nimmt Autorin Zipse den Leser mit in den hohen Norden – in eine raue Landschaft, geprägt von Bergen, Meer und endlosen Wiesen, auf einen entlegenen Bauernhof, auf dem noch im Einklang mit den Naturgewalten gelebt wird.
Elsa als Hauptfigur ist eine von rund 300 deutschen Frauen, die unmittelbar nach Kriegsende nach Island kommen, um in der Landwirtschaft zu arbeiten. Dabei spricht Elsa überhaupt kein Wort Isländisch – sie spricht überhaupt nicht mehr, denn die Erlebnisse während des Krieges und der Tod einer ihr nahestehenden Freundin haben sie verstummen lassen.
Die Bauernfamilie, denen Elsa zugeteilt wurde, nimmt sie freundlich auf, doch die Menschen sind wortkarg und der Menschenschlag eigen. Die beiden Söhne der Familie leben noch zu Hause, wobei der jüngere den Traum von Amerika lebt, was dem Vater alles andere als recht ist. Als Elsa entdeckt, dass es irgendwann auch noch eine Tochter gegeben haben muss, will sie unbedingt herausfinden, was aus dieser geworden ist.
Dazwischen wird man bei der Lektüre Zeuge des täglichen Lebens und der harten Arbeit auf dem Hof und obwohl das gar nicht sonderlich spannend ist, klebte ich förmlich an den Seiten. Der Sprachstil ist bildgewaltig und nimmt den Leser sofort gefangen, farbenprächtig und lebendig entspinnt sich die Erzählung auf etwas mehr als 200 Seiten und erzählt eine historische Geschichte, die relativ unbekannt ist. Das macht sicher auch ein Stück weit den Reiz dieser Geschichte aus.
Die Figuren sind sehr gut herausgearbeitet und gerade die Konstellation zwischen den beiden Söhnen des Bauern und der deutschen Arbeiterin (die im Übrigen lange Zeit Angst vor Hühnern hat, mit Landarbeit gar nicht wirklich zurecht kommt) bringt einen weiteren Spannungspunkt in den Plot und es war für mich durchweg authentisch und realitätsgetreu, wie Elsa Brocken für Brocken der neuen Sprache lernt.
Von den Figuren hat mir der Knecht besonders gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass Elsa ihren selbstgewählten Schutzwall dem Knecht gegenüber am ehesten fallen lässt – er ist es auuch, der dem Mädchen die neue Sprache näher bringt.
Alles in allem ein melancholischer, aber sehr lesenswerter Stoff, der sich angenehm vom Mainstream abhebt und von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte. Ich kann das Buch all denjenigen empfehlen, die im historischen Genre das Besondere suchen. Eine absolute Leseempfehlung, bei der ich froh bin, sie entdeckt zu haben!
Im Jahr 1949 folgt Elsa wie zahlreiche andere deutsche Frauen einem Aufruf der isländischen Bauernpartei, in Island als Landarbeiterin auf einem Bauernhof zu arbeiten. Auf dem abgelegenen Hof mitten im Nirgendwo versucht sie, die Dämonen der Vergangenheit zu vergessen und neu anzufangen – doch sie versteht die Sprache nicht und kann sich mit der Bauernfamilie kaum verständigen. Wird sie es schaffen, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben und den Neuanfang zu wagen? Denn nicht nur Elsa hat Träume.....
Persönlicher Eindruck:
In ihrem atmosphärischen und sehr melancholischen Roman Moosland nimmt Autorin Zipse den Leser mit in den hohen Norden – in eine raue Landschaft, geprägt von Bergen, Meer und endlosen Wiesen, auf einen entlegenen Bauernhof, auf dem noch im Einklang mit den Naturgewalten gelebt wird.
Elsa als Hauptfigur ist eine von rund 300 deutschen Frauen, die unmittelbar nach Kriegsende nach Island kommen, um in der Landwirtschaft zu arbeiten. Dabei spricht Elsa überhaupt kein Wort Isländisch – sie spricht überhaupt nicht mehr, denn die Erlebnisse während des Krieges und der Tod einer ihr nahestehenden Freundin haben sie verstummen lassen.
Die Bauernfamilie, denen Elsa zugeteilt wurde, nimmt sie freundlich auf, doch die Menschen sind wortkarg und der Menschenschlag eigen. Die beiden Söhne der Familie leben noch zu Hause, wobei der jüngere den Traum von Amerika lebt, was dem Vater alles andere als recht ist. Als Elsa entdeckt, dass es irgendwann auch noch eine Tochter gegeben haben muss, will sie unbedingt herausfinden, was aus dieser geworden ist.
Dazwischen wird man bei der Lektüre Zeuge des täglichen Lebens und der harten Arbeit auf dem Hof und obwohl das gar nicht sonderlich spannend ist, klebte ich förmlich an den Seiten. Der Sprachstil ist bildgewaltig und nimmt den Leser sofort gefangen, farbenprächtig und lebendig entspinnt sich die Erzählung auf etwas mehr als 200 Seiten und erzählt eine historische Geschichte, die relativ unbekannt ist. Das macht sicher auch ein Stück weit den Reiz dieser Geschichte aus.
Die Figuren sind sehr gut herausgearbeitet und gerade die Konstellation zwischen den beiden Söhnen des Bauern und der deutschen Arbeiterin (die im Übrigen lange Zeit Angst vor Hühnern hat, mit Landarbeit gar nicht wirklich zurecht kommt) bringt einen weiteren Spannungspunkt in den Plot und es war für mich durchweg authentisch und realitätsgetreu, wie Elsa Brocken für Brocken der neuen Sprache lernt.
Von den Figuren hat mir der Knecht besonders gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass Elsa ihren selbstgewählten Schutzwall dem Knecht gegenüber am ehesten fallen lässt – er ist es auuch, der dem Mädchen die neue Sprache näher bringt.
Alles in allem ein melancholischer, aber sehr lesenswerter Stoff, der sich angenehm vom Mainstream abhebt und von dem ich gerne noch mehr gelesen hätte. Ich kann das Buch all denjenigen empfehlen, die im historischen Genre das Besondere suchen. Eine absolute Leseempfehlung, bei der ich froh bin, sie entdeckt zu haben!