Ohne Anfang und Ende

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ada2011 Avatar

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Es ist das Jahr 1949. Elsa und knapp 300 andere Frauen aus Deutschland werden nach Island verschifft, eine Zeit, in der viele im zerstörten Deutschland noch hungern und keine Zukunft sehen. Den isländischen Bauern, fernab der wenigen Städte laufen die Töchter davon, zum Studieren oder in der Fischfabrik arbeiten und Geld verdienen oder gehen mit den amerikanischen Soldaten, die in ihre Heimat zurückkehren. Diese deutschen Frauen sollen Ersatz sein als Bäuerin und eventuell als zukünftige Ehefrau und Mutter. Und viele sind damals geblieben.
Elsa läuft vor Erinnerungen davon und weil es ihr wohl egal ist, wo es wie für sie weitergeht. Einzelne Erinnerungsfetzen an eine Sola begleiten uns mit Elsa durch das Büchlein.
Nach den ersten Seiten habe ich das Buch erst einmal weggelegt. Ich dachte, es ist schwierig zu lesen. Aber schon kurz danach nahm ich es wieder zur Hand und Moosland entfaltete Sogwirkung. Nun habe ich es ausgelesen und bin froh um die Lesezeit.
Dieses Buch kommt mit nur ganz wenig wörtlicher Rede aus. Elsa selbst braucht Monate, um überhaupt zu sprechen. Sie spricht sogar englisch und beginnt recht schnell, sich zurecht zu finden im einfachen Leben der isländischen Bauernfamilie, bei der sie unterkommt. Trotzdem zieht sie sich immer zurück und versucht, allen aus dem Weg zu gehen.
Die Naturbeschreibungen im Buch sind plastisch. Da ich, wenn auch nur kurze Zeit, bereits in Island war, konnte ich mir die Wetter und die Natur wirklich gut vorstellen und meine Sehnsucht nach diesem spannenden Land wurde wieder wach.
Ich empfehle Moosland all jenen, die anspruchsvollere Literatur mögen und auch ruhige Bücher gut aushalten.